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Er ging zurück, aber nur leicht - der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen ist von 22 auf 21 Prozent leicht gesunken.

Leichte Verbesserung durch Einführung des Mindestlohns

Frauen verdienen immer noch weniger

Wiesbaden - Die Einführung des Mindestlohns hat den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen letztes Jahr etwas verringert. Doch sind die Frauen immer noch weit davon entfernt, mit den Männern gleichzuziehen.

Arbeitnehmerinnen kamen auf durchschnittlich 16,20 Euro brutto je Stunde, das waren 21 Prozent weniger als Männer (20,59 Euro).

Im Jahr zuvor hatte der Abstand noch 22 Prozent betragen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch anlässlich des Equal Pay Day am 19. März mitteilte. Qualifikation und Art der Tätigkeit werden dabei nicht berücksichtigt.

Einer der Gründe könnte die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro je Stunde zum 1. Januar 2015 sein, erklärten die Statistiker. Eine exakte Bewertung sei mit den Daten der vierteljährlichen Verdiensterhebung zwar nicht möglich. Der stärkere Anstieg der Stundenverdienste von Frauen im vergangenen Jahr gehe aber vor allem auf hohe Zuwächse bei den vom Mindestlohn betroffenen ungelernten und angelernten Arbeitnehmerinnen zurück.

Besonders weit geht die Schere nach wie vor in Westdeutschland auseinander. Dort lag der Verdienstunterschied bei 23 Prozent. In den neuen Ländern waren es nur 8 Prozent.

Frauen arbeiten aus familiären Gründen häufig in Teilzeit. Oft sind sie auch in Branchen mit geringerer Bezahlung tätig. Bei vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation verdienten Frauen den Angaben zufolge im Jahr 2010 pro Stunde 7 Prozent weniger als Männer.

Aktion „Recht auf mehr“

Von Kopf bis Fuß in Rot gekleidet oder zumindest mit roten Taschen wollen an diesem Samstag (19.3.) Tausende Frauen auf einen hartnäckigen Missstand der reichen Bundesrepublik aufmerksam machen: Bei Löhnen, Gehältern und Renten klafft weiter eine riesige Lücke zwischen Frauen und Männern. Die Farbe Rot soll dabei für die roten Zahlen auf dem Konto vieler Frauen stehen.

Zu wenige Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Karrierelücken wegen Kindererziehung und Pflege Angehöriger, zu wenig Geld für „typische“ Frauenberufe und vielfach weiterhin deutliche Bezahlungsunterschiede bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit - die Probleme sind lange erkannt und es gibt politische Gegenmaßnahmen, doch der Weg ist mühsam und noch weit.

„Recht auf mehr“, konstatiert die bundesweite Gleichstellungsaktion von Frauenverbänden und Gewerkschaften am Samstag. Der sogenannte „Equal Pay Day“ am 19. März ist der Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland im statistischen Durchschnitt arbeiten müssen, um dasselbe Geld zu verdienen, das die Männer schon zum Jahresende auf dem Konto hatten.

dpa

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