Die Nachfrage im Westen nach russischem Erdgas war im vergangenen Jahr vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen. Foto: Sergei Ilnitsky
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Die Nachfrage im Westen nach russischem Erdgas war im vergangenen Jahr vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen. Foto: Sergei Ilnitsky

Gazprom-Gewinn bricht 2014 stark ein

Die Wirtschaftskrise und der Konflikt zwischen Russland und dem Westen setzen dem Energieriesen Gazprom schwer zu. Der Gewinn stürzt 2014 auf ein Siebtel des Vorjahres. Wie tief steckt der Konzern in der Krise?

Moskau (dpa) - Unter dem Druck der Ukraine-Krise und wegen des warmen Wetters ist der Gewinn des russischen Energiemonopolisten Gazprom 2014 um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Der Staatskonzern habe im vergangenen Jahr nach internationaler Rechnungslegung IFRS einen Überschuss von 159 Milliarden Rubel (2,8 Mrd Euro) erwirtschaftet, teilte Gazprom am Mittwoch in Moskau mit. 2013 war der Gewinn demnach gut siebenmal größer.

Die Nachfrage im Westen nach russischem Erdgas war im vergangenen Jahr vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen. Zudem hatte Russland der Ukraine wegen unbezahlter Rechnungen monatelang kein Gas geliefert.

Der Umsatz von Gazprom legte im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 5,59 Billionen Rubel zu. 2013 hatte das Unternehmen 5,25 Billionen Rubel umgesetzt. Zu dem leichten Anstieg trug vor allem die massive Abwertung der russischen Währung bei, weil das Ausland Rechnungen in Dollar bezahlt und Gazprom deswegen mehr Rubel erhielt.

Zugleich trieb der schwache Wechselkurs die Nettoschulden des Konzerns innerhalb eines Jahres um 48 Prozent in die Höhe. Insgesamt wuchsen die Zahlungsverpflichtungen auf 1,65 Billionen Rubel.

Auch der Ausblick für den Staatskonzern ist düster. Gazprom droht eine Milliardenstrafe in einem Kartellverfahren der EU-Kommission. Diese wirft Gazprom vor, die mittel- und osteuropäischen Gasmärkte abgeschottet und dort die Energiepreise in die Höhe getrieben zu haben.

Politisch steht Gazprom in Folge des Ukraine-Konflikts unter Druck. Von dem seit Jahren geplanten Pipeline-Projekt South Stream durch das Schwarze Meer verabschiedete sich der Konzern im Dezember wegen eines heftigen Streits mit der EU-Kommission.

Stattdessen plant Gazprom nun eine Leitung - ebenfalls durch das Schwarze Meer - in die Türkei. Die Pipeline Turkish Stream mit einer geplanten Kapazität von 63 Milliarden Kubikmetern pro Jahr soll künftig Gas zur türkisch-griechischen Grenze liefern. Von dort aus könnten bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas weiter nach Südosteuropa strömen, so der russische Plan.

Ziel des Projekts ist es, die Ukraine von 2019 an als Transitland für russisches Gas zu umgehen, um Streit über Tarife wie in der Vergangenheit zu vermeiden. Insgesamt lieferte Gazprom 2014 mit knapp 160 Milliarden Kubikmetern Gas etwa ein Drittel seines Gesamtverkaufs in europäische Länder. Europa sei der wichtigste Exportmarkt und werde dies auch bleiben, teilte die Unternehmenszentrale mit.

Zugleich orientiert sich der Monopolist stark in Richtung Asien. Vor allem das energiehungrige China soll künftig über die geplante Pipeline Sila Sibirii (Kraft Sibiriens) beliefert werden. Gazprom liebäugelt auch seit Jahren mit dem Bau einer Leitung nach Südkorea.

Jahresbericht Gazprom

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