Die Bundesbürger steckten unter dem Strich knapp 12 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsrechte. Foto: Boris Roessler
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Die Bundesbürger steckten unter dem Strich knapp 12 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsrechte. Foto: Boris Roessler

Geldvermögen der Deutschen gesunken

Die Deutschen stecken wieder mehr Geld in Aktien. Doch ausgerechnet im Sommer geht es an den Börsen abwärts. Das hat Folgen - zumindest kurzfristig.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Kursturbulenzen an den Börsen haben im dritten Quartal 2015 deutliche Spuren beim Geldvermögen der Bundesbürger hinterlassen.

Erstmals seit vier Jahr sank das Vermögen privater Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Es verringerte sich bis Ende September im Vergleich zum Vorquartal um 17 Milliarden Euro oder 0,3 Prozent auf 5210 Milliarden Euro.

Hinter der Entwicklung stünden deutliche Bewertungsverluste. "In einem schwachen Börsenumfeld waren davon vor allem Aktien und Anteile an Investmentfonds betroffen", erklärte die Bundesbank. Vor allem Sorgen um die Entwicklung der chinesischen Konjunktur hatten Dax und Co im dritten Quartal 2015 nach unten gedrückt. Der deutsche Leitindex Dax sackte im September auf ein Jahrestief von 9325 Punkten.

Die Bewertungsverluste bezifferte die Bundesbank auf rund 57 Milliarden Euro. Dem stand ein Vermögen durch Transaktionen von knapp 40 Milliarden Euro gegenüber. Dabei investierten die privaten Haushalte ihr Geld erneut trotz niedriger Zinsen bevorzugt in kurzfristige Bankeinlagen sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Allerdings: "der bislang zu beobachtende Trend hin zu liquiden und risikoarmen Anlagen war etwas schwächer ausgeprägt als zuvor", erklärte die Bundesbank.

So steckten die Bundesbürger unter dem Strich knapp 12 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsrechte. Dies sei der höchste Zufluss seit gut sechs Jahren, erklärte die Bundesbank.

Etwa 9 Milliarden Euro und damit spürbar weniger als im Vorquartal seien in Bankeinlagen geflossen. Dabei bevorzugten die Bundesbürger wie schon in der Vergangenheit Sichteinlagen, einschließlich Bargeld, die allerdings kaum Zinsen abwerfen. Termin- und Spareinlagen wurden erneut netto abgebaut.

Die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen stockten die Privathaushalte unter dem Strich um rund 16 Milliarden Euro auf. Bankeinlagen und Versicherungen gelten als risikoarm. Ihre Bedeutung für die Geldvermögensbildung deute "auf eine anhaltende Risikoaversion der privaten Haushalte hin, die im Berichtsquartal jedoch weniger stark ausgeprägt gewesen sein dürfte als zuvor", erklärte die Bundesbank. Mit Risikoaversion ist die Abneigung gemeint, Risiken einzugehen.

Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor

Da sich die Privathaushalte angesichts der niedrigen Zinsen stärker verschuldeten, sank das Nettogeldvermögen auf 3597 Milliarden Euro. Der Rückgang fiel im Vergleich zum Vorquartal den Angaben zufolge mit 31 Milliarden Euro oder 0,9 Prozent höher aus als zuvor. Ein Großteil der Neukredite von knapp 15 Milliarden Euro entfiel auf Wohnungsbaukredite. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 0,9 Prozent auf 1614 Milliarden Euro.

Mitteilung Bundesbank

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