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Am Freitag droht ein Piloten-Streik bei Germanwings.

116 Flüge fallen deutschlandweit aus

Germanwings-Piloten streiken am Freitag

Frankfurt am Main - Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen an diesem Freitag streiken. 116 Flüge fallen zwischen 6 und 12 Uhr aus.

Etwa 15.000 Passagiere können ihren geplanten Flug nicht antreten. Betroffen sind vor allem innerdeutsche Flüge. Verbindungen in Urlaubsgebiete sollen stattfinden.

Die Flughäfen Köln/Bonn und Stuttgart sind am stärksten betroffen. Am Airport Köln/Bonn fallen 32 von 50 geplanten Flügen aus. In Stuttgart wurden 22 von 36 gelisteten Flügen annulliert. Auch in Hamburg und Berlin fallen jeweils rund 20 Flüge aus. Die übrigen wurden in Dortmund, Hannover und Düsseldorf gestrichen. Durch Verschiebungen und Verspätungen können Germanwings zufolge noch weitere Flüge am Nachmittag ausfallen. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa.

Germanwings-Passagiere, deren Flug gestrichen werde, könnten kostenfrei auf ein anderes Datum umbuchen oder stornieren, teilte die Airline auf ihrer Website mit. Bei Inlandsflügen biete sich ein Umsteigen auf die Bahn oder andere Verkehrsmittel an.

Darum geht es bei dem Streik

Hauptstreitpunkt in der seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzung bei der Lufthansa ist die Übergangsversorgung für Piloten, die in den Frühruhestand treten. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Cockpit lehnt dies ab.

"Es geht einfach darum, dass wir Flexibilität fordern", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg dem Fernsehsender n-tv. "Das heißt nicht, dass jeder mit 55 nach Hause geht." Angesichts der hohen Belastungen in diesem Beruf solle jeder Pilot je nach persönlicher Situation die Möglichkeit haben, "auch vor dem Regel-Rentenalter aufhören zu können und dabei abgesichert zu sein".

Cockpit sei bereit zu finanziellen Zugeständnissen, so dass es für die Lufthansa eine Kostenentlastung gebe, sagte Handwerg. Die Gewerkschaft sei aber nicht bereit, die seit Jahrzehnten bestehende und auch überarbeitete Regelung "komplett aufzugeben".

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Die Lufthansa erklärte, sie bedaure die Streikankündigung "sehr". Welche Auswirkungen dies für die Gespräche mit Cockpit habe, "müssen wir prüfen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Frankfurt am Main.

Wegen des Streits um die Übergangsversorgung waren die Piloten bereits Anfang April drei Tage in den Ausstand getreten. Rund 3800 Flüge fielen aus. Der mehrtägige Ausstand kostete den Konzern nach eigenen Angaben über 60 Millionen Euro.

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wird es in dieser Woche keinen Streik der Lokführer geben, wie der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, dem Radiosender hr-Info sagte. Cockpit und GDL hatten am Montag angekündigt, sich bei ihren Arbeitskampfmaßnahmen terminlich abzusprechen.

AFP/dpa

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