Gasregler an einer Meßstation im russischen Sudscha: Gazprom muss einen Gewinneinbruch verbuchen. Foto: Maxim Shipenkov
+
Gasregler an einer Meßstation im russischen Sudscha: Gazprom muss einen Gewinneinbruch verbuchen. Foto: Maxim Shipenkov

Gewinn bei Gazprom bricht ein

Moskau (dpa) - Die schwache Nachfrage in Europa und der rasante Rubel-Verfall haben in den Monaten Juli bis September 2014 zu einem starken Gewinn-Einbruch bei Gazprom geführt.

Wie der Gasmonopolist am Donnerstag mitteilte, fiel der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 62 Prozent auf knapp 106 Milliarden Rubel (1,36 Mrd Euro). Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 1,13 Billionen Rubel (14,5 Mrd Euro). In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ging der Netto-Gewinn im Jahresvergleich um 35 Prozent zurück.

Gazprom lässt sich immer mehrere Monate Zeit, bis das Unternehmen die neuesten Geschäftszahlen vorlegt. Die in London notierte Aktie gab am Donnerstag bis zum Nachmittag um rund zwei Prozent nach.

Die Nachfrage im Westen nach russischem Erdgas war in den vergangenen Monaten vor allem wegen der milden Temperaturen gefallen. Die Ostsee-Pipeline Nord Stream will der Konzern derzeit nicht ausbauen. "Die Pipeline hat eine technische Möglichkeit, jährlich bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Gas zu transportieren. Im Moment dürfte das ausreichen", sagte Unternehmenssprecher Sergej Kuprijanow der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

Nord-Stream-Sprecher Steffen Ebert betonte, die Ostseepipeline sei derzeit zu 35 Prozent ausgelastet. Dies liege vor allem an den vollen Speichern und dem milden Winter. Im vergangenen Jahr war die Trasse seinen Angaben zufolge zu rund 65 Prozent ausgelastet.

Gazprom ist Mehrheitsaktionär der Nord Stream AG. Die rund 1220 Kilometer lange Unterwasserleitung von Russland nach Deutschland wurde im November 2011 in Betrieb genommen. Von einem völligen Verzicht auf den Bau von zwei zusätzlichen Strängen sei aber momentan keine Rede, erklärte Gazprom-Sprecher Kuprijanow.

Gazprom-Homepage

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundesbank und Bafin bereiten neue Zinstief-Umfrage vor

Die anhaltenden Niedrigzinsen bringen Kreditinstitute in die Bredouille. Wie groß ist die Widerstandskraft kleinerer und mittlerer Geldhäuser? Das wollen Bundesbank und …
Bundesbank und Bafin bereiten neue Zinstief-Umfrage vor

Schäuble: Brexit-Probleme nicht gelöst

Das Brexit-Votum ist für die Top-Wirtschaftsmächte beherrschendes Thema. Die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs senden in unsicheren Zeiten ein Signal der …
Schäuble: Brexit-Probleme nicht gelöst

Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Juli leicht gestiegen

Nürnberg - Schulabgänger melden sich zeitweise arbeitslos, Betriebe machen Ferien: Im Sommer steigt die Zahl der Arbeitslosen stets etwas an. Doch der Jobmarkt in Bayern …
Zahl der Arbeitslosen in Bayern im Juli leicht gestiegen

Ökonom: Staat muss bei Infrastruktur nachlegen

Lange Staus und gesperrte Brücken haben auch wirtschaftliche Folgen. Bund, Länder und Gemeinden sollten mehr für die Infrastruktur ausgeben, fordert das Institut der …
Ökonom: Staat muss bei Infrastruktur nachlegen

Kommentare