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Hinter einem EnBW Logo ist das Kernkraftwerk Philippsburg zu sehen. Foto: Uli Deck/Illustration

Gewinneinbruch bei EnBW wegen niedriger Strompreise

Die Energiewende macht den Stromversorgern schwer zu schaffen. Sie sind wegen des Marschbefehls weg von Kohle- und Atomkraftwerken finanziell angeschlagen. Das zeigt sich auch an Quartalszahlen von EnBW.

Karlsruhe (dpa) - Der Gewinn des Energiekonzerns EnBW ist wegen des niedrigen Strompreises im Großhandel abgestürzt.

Der Konzernüberschuss sei im ersten Quartal 2016 um rund 93 Prozent auf 51 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert den Angaben zufolge noch bei 684,1 Millionen Euro. "Das ist eine Entwicklung, mit der wir gerechnet haben", sagte eine Sprecherin. Mit Blick auf eine interne Prognose zum schrumpfenden Geschäft mit konventionellen Kraftwerken sagte sie, man liege im Rahmen der Erwartungen.

Auch andere Kennzahlen verdeutlichten, dass über EnBW eine geschäftliche Schlechtwetterfront liegt. So sank der Konzernumsatz den Angaben zufolge um rund 12 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Hohe Wertberichtigungen auf konventionelle Kraftwerke schlugen zudem negativ zu Buche.

Wie auch die Konkurrenten RWE und Eon ächzt EnBW seit längerem unter dem Umbau der Erzeugungsstruktur im Rahmen der Energiewende. Wegen des Atomausstiegs klagt das fast komplett im Staatsbesitz befindliche Unternehmen auf Schadenersatz.

Erneuerbare Energien spielen beim Karlsruher Konzern eine immer größere Rolle, wie auch an den Quartalszahlen zu sehen ist. So stieg der Anteil der Ökoenergien am operativen Ergebnis im Vergleich zu Anfang 2015 den Angaben zufolge von fünf auf 15 Prozent, dazu trug auch der im vergangenen Jahr ans Netz gegangene Ostsee-Windpark Baltic 2 bei.

In Sachen Investitionen sah es schlechter aus. Im ersten Quartal 2016 waren hierfür nur 161,2 Millionen Euro ausgegeben worden, ein Jahr zuvor war es noch fast doppelt so viel gewesen. Mehrere neue Kraftwerke seien inzwischen fertiggestellt worden, was die Investitionssumme gedrückt habe, hieß es zur Begründung. Trotz der insgesamt nicht rosigen Lage stellt EnBW weiter neue Mitarbeiter ein - die Beschäftigtenzahl stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 20 332.

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