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Am Mittwoch stand auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm auch vernetzte Haustechnik bei der IFA im Mittelpunkt. Foto: Wolfgang Kumm

IFA: Elektronik-Branche baut auf Aufschwung durch Vernetzung

Alles wird vernetzt: Die IFA gibt einen Einblick in das smarte Zuhause. Die Hersteller setzen auf neue Geschäftschancen mit dem allgegenwärtigen Internet. Neben klassischer Elektronik wird die Messe in diesem Jahr von Computer-Uhren überflutet.

Berlin (dpa) - Die Elektronik-Branche hofft auf einen Nachfrageschub durch vernetzter Technik. Im Mittelpunkt der Messe IFA in Berlin stehen Geräte mit Internet-Anbindung und die neuen Geschäftsmodelle, die mit ihnen möglich werden.

"Bis 2020 werden die Deutschen rund 100 Millionen vernetzte Endgeräte nutzen - Smartphone und Tablet Computer nicht mitgerechnet", sagte Klaus Böhm vom Beratungsunternehmen Deloitte zum IFA-Auftakt am Mittwoch.

Neben dem vernetzten Zuhause etablieren sich sogenannte "Wearables" - direkt am Körper tragbare Geräte als ein Schwerpunkt der diesjährigen Messe. Darunter gilt die Aufmerksamkeit vor allem neuen Computer-Uhren, die gegen die Apple Watch antreten sollen. Samsung präsentiert auf der IFA sein neues Modell Gear S2, bei dem der Smartphone-Marktführer erstmals zu einem runden Display griff. Es hat einen Durchmesser von 1,2 Zoll (gut 3 cm). Für den Zugang zu Apps hat sich Samsung eine ungewöhnliche Lösung mit einem drehbaren Ring am Displayrand einfallen lassen.

Auch zahlreiche andere Hersteller wie etwa Huawei, LG und Asus präsentieren auf der IFA (4. bis 9. September) die neusten Modelle ihrer Smartwatches. Der IT-Branchenverband Bitkom erwartet für die Computeruhren in diesem Jahr in Deutschland ein Absatzwachstum von 348 Prozent auf 645 000 Geräte und einen Umsatzzuwachs von 566 Prozent auf 169,2 Millionen Euro.

Weltweit erwartet die Branche im Geschäft mit den Wearables, zu denen etwa auch Fitness-Armbänder gehören, in diesem Jahr einen Absatzsprung von 131 Prozent auf 71,7 Millionen Geräte.

Als weiteren Wachstumstreiber haben die Elektronik-Hersteller Fernsehgeräte mit schärferem Bild dank Ultra-HD-Auflösung ausgemacht. Ihre Verkäufe sollen dieses Jahr weltweit um 178 Prozent auf 28,4 Millionen Geräte steigen. Bei Fernsehern mit gebogenen Bildschirmen soll sich der Absatz mit 3,9 Millionen Geräten mehr als vervierfachen.

Am Mittwoch stand auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm auch vernetzte Haustechnik im Mittelpunkt. Die Marken Siemens und Bosch lassen jetzt über eine Smartphone-App weitere Geräte wie Trockner und Geschirrspüler steuern. Panasonic stellte eine Sicherheitskamera mit Mobilfunk-Anschluss vor, mit der man auch Bereiche ohne WLAN-Anbindung über das Internet überwachen kann.

Die allgemeine Vernetzung wird nach Einschätzung der Marktbeobachter von Deloitte das Geschäft der Elektronik-Hersteller massiv verändern. "Das Internet der Dinge revolutioniert klassische Geschäftsmodelle", sagte Böhm. Neben den Produkten rückten etwa die damit verbundenen Dienste und Inhalte in den Vordergrund. Dies betreffe zum Beispiel Inhalte von Streaming-Diensten, Navigationslösungen für das Auto oder auch Sicherheitssysteme für das Zuhause. "Die Vernetzung macht aus herkömmlichen Geräten intelligente Geräte, die zahlreiche neue und kreative Nutzungsmöglichkeiten eröffnen", sagte Tim Lutter vom Bitkom.

Zentrale Treiber der Vernetzung seien Smartphones und Tablets, so die Branchenbeobachter. Laut Erhebungen des Bitkom nutzen inzwischen 65 Prozent der Menschen in Deutschland ein Smartphone, 40 Prozent haben einen Tablet-Computer.

Die IFA geht in diesem Jahr mit einem deutlichen Ausstellerplus an den Start. Die Zahl der teilnehmenden Unternehmen stieg um sieben Prozent auf 1645, wie Messechef Christian Göke sagte. Die Ausstellungsfläche wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf rund 150 000 Quadratmeter - das Messegelände ist bereits komplett ausgefüllt. Die Messe sei profitabel, sagte Göke. Die IFA ist für das Publikum von Freitag bis Mittwoch kommender Woche geöffnet.

IFA-Website

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