Zukunftsprognose

Rewe-Chef: Aldi wird es in der heutigen Form bald nicht mehr geben

Mühlheim - Schon in naher Zukunft wird es die billigen Discounter wie Aldi und Co. in der heutigen Form nicht mehr geben. Das prophezeit Rewe-Chef Alain Caparros.

"In fünf Jahren wird es keinen reinen Discounter mehr geben", sagt Rewe-Chef Alain Caparros im Interview mit der Welt am Sonntag. Der Discounter-Riese Aldi entwickele sich immer mehr zu einem Supermarkt. "Die Grenzen zwischen Supermarkt und Discounter verschwimmen zunehmend."

Den ersten Schritt dahin hat Aldi Süd bereits gemacht. Erst vergangenen Mittwoch wurde im Münchner Vorort Unterhaching die "Filiale der Zukunft" vorgestellt.

Beispielhaft für den Imagewandel sei, laut Caparros, dass Aldi inzwischen auch Markenware anbiete und sein Sortiment von 600 auf 2000 Produkte erweitert habe. Zudem wolle sich der Discounter sich vom Palettenverkauf verabschieden.

"Der Supermarkt der Zukunft ist weniger ein Laden als vielmehr ein Ort der Begegnung. Wir müssen Erlebnisse schaffen und auch Verzehrmöglichkeiten, damit die Besucher nicht mehr nur Kunden sind, sondern Gäste", sagt Caparros.

Umbau der Filialen bis 2019

Der gleichen Meinung ist auch Aldi-Geschäftsführerin Jeanette Thull: "Für die Kunden sind neben dem Preis viele anderen Faktoren wichtig geworden." Billig alleine reicht heutzutage nicht mehr. Deshalb wird es den reinen Discounter schon bald nicht mehr geben. Aldi Süd hat bereits damit begonnen, seine Filialen umzubauen. Bis 2019 sollen alle Märkte ein "neues Gesicht" erhalten: Unter anderem sorgen mehr Tageslicht und Holzverkleidungen für eine freundliche Atmosphäre. Zudem stehen die Waren aufgeräumt in Regalen.

Dass sich der radikale Imagewechsel negativ auf das Unternehmen auswirken könnte, ist eher unwahrscheinlich. Ganz im Gegenteil: Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf eine neue Studie berichtet, wird Aldi auch weiterhin ein gewichtiges Wort um die weltweite Marktführerschaft im Lebensmitteldiscount mitreden.

sk/dpa

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