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Aldi verfolgt einen Drei-Punkte-Plan.

Was sich beim Discounter alles ändert

Radikaler Imagewechsel bei Aldi

Mühlheim - Aldi will sein Image als billiger Discounter abstreifen und verfolgt dafür einen Drei-Punkte-Plan. Besonders die Idee von Luxus-Filialen stellt das bisherige Konzept auf den Kopf.

Bereits im vergangenen Jahr hat damit Aldi begonnen, Markenartikel ins Sortiment aufzunehmen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Discounter mit Produkten des Lebensmittelriesen Unilever - bekannt für Knorr Fix, Langnese-Eis und Duschdas-Körperpflege - sein Angebot erweitert. Seit dem 11. April bietet Aldi sogar Mode von Designerin Jette Joop in 1860 Filialen an.

Discounter führt "7 Siegel"-Kampagne ein

Da die Anzahl der Filialen ausgereizt ist, wollen die Verantwortlichen um Ralf-Thomas Reichrath, stellvertretender Geschäftsführer im Zentraleinkauf bei Aldi Süd, neue und kaufstarke Kunden erschließen. Um das Ziel zu erreichen, führt der Discounter-Riese zudem unter dem Titel "7 Siegel" eine Kampagne für faire, soziale und ökologische Produkte ein. Dafür holt sich die Kette aus Mühlheim den Zertifizierer Utz, den Vegetarierbund, TransFair und noch ein paar andere ins Boot. So können die Organisationen einerseits ihre Bekanntheit sprunghaft erhöhen und andererseits Aldi sein Image als Billig-Discounter abstreifen.

"Viele der alltäglichen Produkte im Lebensmittelhandel sind mit einem Nachhaltigkeitssiegel gekennzeichnet. Ein Bio- oder Fairtrade-Siegel wird noch schnell erkannt, doch bei vielen anderen Labeln bestehen Unsicherheiten, wofür sie im Einzelnen stehen. Das möchten wir mit unserer '7 Siegel'-Kampagne ändern", erklärte Reichrath am Montag per Pressemitteilung. "Unsere Kampagne richtet sich an die gesamte Familie, um vor allem Kinder als künftige Generation umfassend über nachhaltige Produkte zu informieren. Wir von Aldi Süd möchten mit der Kampagne einen aktiven Beitrag zur Förderung des nachhaltigen Konsums leisten."

Aldi setzt künftig auf Luxus-Filialen

Parallel zu Markenoffensive und Nachhaltigkeitskampagne revolutioniert das Management das Konzept der Läden. Einst waren die Aldi-Geschäfte für ihre Pappschachteln auf Paletten und ihre günstigen Preise bekannt und sind damit groß geworden. Künftig wollen die Mühlheimer ihre Filialen gehörig aufpolieren. Den neuen Vorzeige-Aldi gibt es bereits in Kirchseeon bei München. Der Luxus-Aldi beinhaltet eine Kundentoilette, einen Kaffeeautomaten und digitale Großbildschirme.

Firmengründer Karl Albrecht sagte einst: "Was man erreichen muss ist, dass der Kunde den Glauben gewinnt, nirgendwo billiger einkaufen zu können." Sei das geschafft, "nimmt der Kunde alles in Kauf". Die Zukunft wird zeigen, inwiefern sich die Aussage bewahrheitet.

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