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Fahnen der Infineon Technologies AG wehen vor der Olympiahalle in München

Schwacher Start ins neue Jahr

Infineon: Gewinneinbruch von 86 Prozent

München - Der Gewinn ist im Keller, der Umsatz geschrumpft. Infineon hat wie erwartet einen schwachen Start ins neue Geschäftsjahr erwischt. Nur gut, dass es auch der Konkurrenz kaum besser geht.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat einen schwachen Start in sein neues Geschäftsjahr erwischt. Wie erwartet verbuchte der Dax-Konzern zwischen Oktober und Dezember einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch. Für das seit Januar laufende zweite Quartal ist der neue Konzernchef Reinhard Ploss allerdings deutlich zuversichtlicher. „Solange die Weltwirtschaft keinen Dämpfer bekommt, sollte es wie erwartet weiter aufwärtsgehen.“

Doch zunächst ging es abwärts - vor allem beim Gewinn. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen nur noch 19 Millionen Euro, 86 Prozent weniger als im Quartal zuvor. Die Erlöse sanken von 982 Millionen auf 851 Millionen Euro. „Damit sind wir nicht zufrieden“, sagte Ploss am Donnerstag in München. Auf die trübe Startbilanz hatte er Anleger bereits im November eingestimmt. Wegen der schwankenden Geschäfte der Branche wird meist mit dem Vorquartal verglichen.

Der Optimismus der Münchner steckte auch die Börse an. Die Aktie legte bis zum Mittag um mehr als 4 Prozent zu. DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer hob hervor, dass der Konzern bei seinen Kostensenkungen voran komme. In diesem Jahr will der Konzern rund 100 Millionen Euro einsparen. Zudem arbeiten nach wie vor rund 1100 Mitarbeiter am Standort Warstein kurz. In einigen Werken ruhen nicht ausgelastete Anlagen.

Infineon ist in der Branche kein Einzelfall

Auch bei Texas Instruments lief es im vergangenen Quartal schleppend. Der Halbleiterriese Intel leidet etwa unter der zuletzt schwachen Nachfrage nach PCs. Auch Europas größter Halbleiterproduzent STMicro bekommt die flaue Entwicklung deutlich zu spüren. Da Halbleiter in vielen Produkten stecken und für die Industrie wichtig sind, merken die Konzerne Konjunkturschwankungen besonders heftig.

Auch die Krise auf vielen Automärkten trifft Infineon, das als Zulieferer einen großen Teil seiner Geschäfte mit Fahrzeugbauern macht. Im Vergleich zu früheren Jahren kann Infineon nach einem Umbau mit konjunkturellen Tiefs aber besser zurechtkommen. Lange Zeit hatte der Konzern auch in guten Zeit kaum Geld verdient.

Gerade im wichtigen Automobil-Geschäft dürfte es inzwischen wieder merklich besser laufen. Infineon rechnet hier mit einem deutlichen Umsatzplus, während es in den Sparten Industrie und Sicherheitschips kaum Bewegung geben dürfte. Für das gesamte Jahr ist Ploss allerdings weiter nur zurückhaltend. Wie bisher rechnet der Konzernchef mit einem Umsatzrückgang zwischen 5 und 9 Prozent.

dpa

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