Prokon
+
Außenaufnahme der Firma Prokon in Itzehohe.

Nach Insolvenzantrag

Prokon will Windparks verkaufen

Itzehoe  - Der Wirbel um den insolventen Windanlagen-Finanzierer Prokon  geht weiter: Die Firma kündigte an, Windparks zu verkaufen. Die Sorge um Anlegergeld und Arbeitsplätze wächst.

Der

Windanlagen

-Finanzierer

Prokon 

hält Zehntausende Kapitalanleger und rund 1300 Arbeitnehmer in Atem. Am

Mittwoch meldete das Unternehmen beim Amtsgericht Itzehoe Insolvenz an

. Das hat den Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt.

Auf der am Donnerstagnachmittag abgehaltenen Pressekonferenz erklärte die Firma, einige Windparks verkaufen zu wollen. Es seien zwei Gespräche mit Marktteilnehmern geführt worden, sagte Prokon-Chef Carsten Rodbertus am Donnerstag in Itzehoe. Er sprach von einem „gewissen Anteil“ des Portfolios. Mit dem Verkauf von Windparks werde der Nachweis erbracht, dass es stille Reserven im Unternehmen gebe. Es weist auf seiner Internetseite 314 Windenergieanlagen (Stand: 31.12.2013) aus.

Prokon stellt in Aussicht, Geschäftsmodell zu ändern

Betroffen von der Prokon-Insolvenz sind 480 Mitarbeiter der Prokon Regenerative Energien GmbH, für die ein Insolvenzantrag gestellt worden ist. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1300 Mitarbeiter.

Der Insolvenzverwalter hatte zuvor bereits angekündigt, dass der Geschäftsbetrieb zunächst ohne Einschränkungen weiterläuft. Die Beschäftigten hatten am Donnerstagmorgen ihre Arbeit wie gewohnt aufgenommen. Bei trübem Wetter eilten die Mitarbeiter wortkarg in ihre Büros. „Hoffnung hat man immer“, sagte einer von ihnen im Vorbeigehen. Löhne und Gehälter der Prokon-Mitarbeiter könnten drei Monate lang aus dem Insolvenzgeld finanziert werden, so der Insolvenzverwalter.

Prokon selbst stellte in Aussicht, sein Geschäftsmodell verändern zu wollen. „Wir sind nach wie vor operativ gut aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten überstehen werden“, hieß es nach Bekanntgabe der Insolvenzantrages. Gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und im Dialog mit den Anlegern „werden wir alles daran setzen, die Zukunftsfähigkeit von Prokon zu sichern“.

Politiker: Prokon-Insolvenz als Chance verstehen

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte betont, die Prokon-Insolvenz  biete auch eine Chance. „Wir haben als Land das Interesse, dass die produzierenden Teile fortgeführt werden“, sagte Meyer. Es werde noch in dieser Woche Gespräche mit allen Akteuren in Itzehoe geben.

Prokon hatte am 10. Januar auf seiner Homepage seine 75.000 Anleger aufgerufen, ihr Geld vorerst nicht aus der Firma zu ziehen und Kapitalkündigungen zurückzunehmen. Anderenfalls drohe eine Insolvenz. Kürzlich hatte das Unternehmen mitgeteilt, 227 Millionen Euro von 1,4 Milliarden Euro an Genusskapital seien gekündigt worden. Um eine Insolvenz zu verhindern, hätten laut Prokon 95 Prozent des Kapitals vorerst in der Firma bleiben müssen.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fresenius bekommt neuen Chef - Sturm folgt auf Schneider

Bad Homburg (dpa) - Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Ulf Schneider werde das Unternehmen bis Ende …
Fresenius bekommt neuen Chef - Sturm folgt auf Schneider

BIZ: Faule Kredite weiter großes Problem europäischer Banken

Basel (dpa) - Faule Kredite in den Büchern von Banken haben nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gerade in der Eurozone weiter große …
BIZ: Faule Kredite weiter großes Problem europäischer Banken

Studie: Britische Wirtschaft großer Brexit-Verlierer

Nach dem Votum der Briten zum EU-Austritt zeichnen Ökonomen düstere Prognosen. Großbritannien büße am meisten ein, doch auch die deutsche Wirtschaft werde getroffen. …
Studie: Britische Wirtschaft großer Brexit-Verlierer

Spanien statt Türkei: Tui fürchtet Krise am Bosporus nicht

Terroranschläge in der Türkei, Nordafrika und Europa halten die Reisebranche in Atem. Kunden sind verunsichert, die Buchungen in deutschen Reisebüros brachen zuletzt …
Spanien statt Türkei: Tui fürchtet Krise am Bosporus nicht

Kommentare