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Ein Netzwerkkabel steckt in einem Modem (Archivbild). „Der deutsche Mittelstand hinkt beim Thema Digitalisierung hinterher“, meint Hermann Simon, Unternehmensberater, Wirtschaftsprofessor und Erfolgsautor.

Studie zeigt

Internet: Deutscher Mittelstand hinkt hinterher

München - Eine Studie zeigt: Deutsche Mittelstands-Firmen aller Branchen haben Aufholbedarf auf dem Weg ins Online-Zeitalter. Ein Experte betont: Für Unternehmen ist ein Web-Auftritt überlebenswichtig!

Professionelle Dienstleistungsfirmen, wie beispielsweise Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen, nutzen die Möglichkeiten des Internets so stark wie keine andere Branche des Mittelstands. Den geringsten Grad der „Digitalisierung“ weisen Firmen auf, die im Gesundheits- und Sozialwesen oder im Gastgewerbe tätig sind.Das geht aus dem aktuellen Digitalisierungsbarometer von Antrieb Mittelstand hervor. Für die Studie wurden 1.550 IT-Entscheider aus Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern befragt.

„Wir konnten bei mittelständischen Firmen aller Branchen feststellen, dass sie die Chancen des digitalen Zeitalters noch nicht optimal nutzen“, sagt Christian Rätsch, Leiter Marketing KMU bei der Telekom und Initiator von Antrieb Mittelstand.

Facebooks Konkurrenz: Soziale Netzwerke im Überblick

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„Der deutsche Mittelstand hinkt beim Thema Digitalisierung hinterher“, kommentiert Hermann Simon, Unternehmensberater, Wirtschaftsprofessor und Erfolgsautor (Hidden Champions), die Studie. Firmen aller Größen nutzen in anderen Ländern das Netz intensiver und verschaffen sich dadurch einen Vorteil im internationalen Wettbewerb, so Simon.

Für das Digitalisierungsbarometer wurden Mittelständler aus zehn unterschiedlichen Wirtschaftszweigen nach ihrer Beschäftigung mit rund 50 Themen aus den Bereichen „Online-Vermarktung“, „IT/TK-gestützte Prozesse“, „Mobiles Arbeiten“ und „Cloud Services“ sowie zur Nutzung dieser Technologien befragt. Wie intensiv sich die Branchen mit diesen Themen auseinandersetzen, schlägt sich in Digitalisierungspunkten nieder.

Dem Durchschnitt aller Branchen wurde der Wert 100 Digitalisierungspunkte (DP) zuge-wiesen. In diesem Bereich liegen „Energie/Wasser/Verkehr“ mit 105,3 DP und „Sonstige Dienstleistungen“ (Reinigungs- und Reparaturdienste, Landschaftsbau, Frisöre, Wäschereien, Reisebüros usw.) mit 96,9 DP.

Je größer, desto digitaler

Am besten schneiden „professionelle Dienstleistungen“ (Rechts-, Steuer-, Unternehmens-beratungen, Wirtschaftsprüfung, Ingenieurbüros usw.) mit 125 DP ab. Platz zwei des Branchenrankings belegen Firmen des Wirtschaftszweigs „Finanzen/ Versicherungen/Immo-bilien“ mit 117,4 DP. Der Grad der Digitalisierung, so die Studie, hängt nicht nur von der Branche, sondern auch von der Größe der Firma ab. Generell gilt: Je größer der mittelständische Betrieb, desto digitaler arbeitet er.

Website ja, Social Media und Online-Shop nein

Am häufigsten von allen digitalen Instrumenten macht der Mittelstand deutschlandweit von der E-Mail (80 Prozent) Gebrauch. Auch Buchhaltungsanwendungen (70 Prozent) stehen beim Mittelstand hoch im Kurs. Mit einer eigenen Website im Netz präsentieren sich 78 Prozent der Befragten. 42 Prozent haben ihre Website für Suchmaschinen optimiert. Allerdings bekennen sich immerhin 13 Prozent der Befragten dazu, keinerlei Interesse an einem Internetauftritt zu haben.

Die größten Shitstorms

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„Jede Firma muss heute im Internet zu finden sein, sonst wird sie in fünf Jahren gar nicht mehr gefunden“, kommentiert Christian Rätsch das Ergebnis. Besonders mithilfe von E-Commerce und Online-Marketing könnten Unternehmer ihr Geschäft kräftig ankurbeln, so Rätsch. Nur 16 Prozent der Befragten betreiben bisher einen Online-Shop, und lediglich elf Prozent geben an, Online-Werbung zu schalten. Auch beim Thema Social Media liegt der Mittelstand noch zurück: Facebook oder Twitter nutzen weniger als ein Viertel der Befragten.

Wachstumsthema „Mobiles Arbeiten“

Mobiles Arbeiten wird ein immer wichtigeres Thema für den Mittelstand: In mindestens zwei von drei Unternehmen sind laut dem Antrieb-Mittelstand-Digitalisierungsbarometer heute schon Laptops vorhanden. Und mehr als jeder zweite Mittelständler nutzt Smartphones. Vergleichsweise wenig in Gebrauch sind Tablets, gerade bei den kleinen Firmen: In jedem fünften Unternehmen mit einem bis vier Mitarbeitern wird ein solches Endgerät genutzt.

Bisher geringes Interesse an Cloud Computing

Cloud Computing nutzt der Mittelstand bislang kaum. Aktuell bezieht jeder zehnte Mittel-ständler Sicherheitslösungen aus der Wolke. Rund acht Prozent nutzen Geschäftssoftware aus der Cloud. Besonders interessant bei diesem Thema: Die momentane Zurückhaltung ist – im Gegensatz zu den anderen Themen des Digitalisierungsbarometers – weitgehend unabhängig von Branche und Mitarbeiterzahl.

zr

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