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JP-Morgan-Chef Jamie Dimon ist an Kehlkopfkrebs erkrankt.

Mächtigster Banker der USA

JPMorgan-Chef Dimon hat Kehlkopfkrebs

New York - Der mächtigste Banker der Vereinigten Staaten ist krank. Man habe bei ihm jüngst Kehlkopfkrebs festgestellt, schreibt JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Dienstag seinen Mitarbeitern und Aktionären.

„Die gute Nachricht ist, dass die Prognose meiner Ärzte exzellent ist. Der Krebs wurde früh entdeckt und ist heilbar“, so JPMorgan-Chef Jamie Dimon über seine Kehlkopfkrebserkrankung. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich der Krebs anderswo im Körper ausgebreitet habe, schrieb der 58-Jährige.

Die Nachricht dürfte am Mittwoch für viel Gesprächsstoff an der Wall Street sorgen. Jamie Dimon steht seit achteinhalb Jahren an der Spitze der größten US-Bank. Er steuerte das Geldhaus ohne große Blessuren durch die Finanzkrise 2008/2009. Dimon selbst galt lange als Liebling der Politik.

In den vergangenen zwei Jahren hat sein Ansehen in der Öffentlichkeit allerdings gelitten. Zuerst verzockten Londoner Händler Milliarden und Dimon tat den Fall anfangs als „Sturm im Wasserglas“ ab. Dann musste die Bank mit 13 Milliarden Dollar für fragwürdige Hypotheken-Deals büßen. Zuletzt wurde die Bank dazu verdonnert, mehr als 2 Milliarden Dollar an Strafen und Wiedergutmachung zu zahlen, weil sie bei den Betrügereien des Börsenmaklers Bernard Madoff trotz Warnzeichen untätig geblieben sei.

Dimon kündigte an, er werde in Kürze eine Strahlen- und Chemotherapie beginnen. Diese werde vermutlich acht Wochen dauern. Die Behandlung werde zwar seine Reisetätigkeit einschränken; doch es sei ihm versichert worden, dass er weiterhin aktiv ins Tagesgeschäft eingreifen könne. „Wir werden das Unternehmen normal weiterführen“, kündigte der 58-Jährige an. Die Aktie fiel nachbörslich um ein knappes Prozent.

Nach Dimons Angaben ist der Krebs auf den Ursprungsort sowie die benachbarten Lymphknoten begrenzt. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich der Krebs anderswo im Körper ausgebreitet habe, schrieb der JPMorgan-Chef. „Ich fühle mich momentan sehr gut und werde Sie alle wissen lassen, wenn sich meine gesundheitliche Situation ändert.“

Dimon ist nicht der erste US-Spitzenmanager in jüngerer Zeit, bei dem Krebs festgestellt wurde. Im Oktober 2010 hatte der Chef des skandalumwitterten Versicherers AIG, Robert Benmosche, seine Diagnose öffentlich gemacht. Er blieb im Amt und hört nun im September auf. Im April 2012 erklärte Starinvestor Warren Buffett, Prostatakrebs zu haben. Er fühle sich aber „großartig“ und machte ebenfalls weiter. Heute ist er 83 Jahre alt. Apple-Chef Steve Jobs kämpfte jahrelang gegen den Krebs, trieb derweil die Entwicklung von iPhone und iPad voran. Er starb am 5. Oktober 2011.

dpa

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