„Paket der Grausamkeiten“

Karstadt: Hartes Ringen um die Sanierung

Essen - Hartes Ringen um den Sanierungskurs bei Karstadt. Zum Start der Verhandlungen richtet sich der Betriebsrat auf schwierige Gespräche ein. Es geht um Tausende von Arbeitsplätzen.

Im Ringen um einen Sanierungskurs für die angeschlagene Warenhauskette Karstadt richtet sich der Betriebsrat auf eine harte Auseinandersetzung ein. „Das werden schwierige Verhandlungen“, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt am Mittwoch. Betriebsrat und Geschäftsleitung des Unternehmens hatten zuvor den Start von Gesprächen über die geforderten Einschnitte für den Mittwoch in Essen vereinbart. Die Verhandlungen sollten am Mittag beginnen. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Angesichts der schwierigen Thematik rechne der Betriebsrat jedoch zunächst nicht mit einem schnellen Ergebnis der Gespräche, sagte Patzelt. „Wir sind ein ganzes Stück auseinander“, so der Betriebsrat. Schließlich gehe es um eine große Zahl von Arbeitsplätzen. Derzeit sei noch völlig unklar, ob noch im laufenden Jahr eine Einigung erzielt werden könne.

In einem Gespräch mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“(WAZ) hatte zuvor der Betriebsratschef der Essener Karstadt-Hauptverwaltung, Arno Leder, das Management aufgefordert offenzulegen, „wie Karstadt nach der Restrukturierung aussehen“ solle. „Wir sehen durchaus den Spardruck des Unternehmens. Aber die Leute müssen auch erkennen, was sich positiv verändert bei Karstadt“, sagte er. Nur Stellen abzubauen komme auch bei den Kunden sicher nicht gut an.

Bei den anstehenden Verhandlungen knapp drei Monate nach dem Einstieg des neuen Karstadt-Investors René Benko geht es vor allem um von dem Karstadt-Management georderte Einschnitte, die der Betriebsrat bereits als „Paket der Grausamkeiten“ zurückgewiesen hatte. Nach Informationen des Betriebsrats soll es neben dem geplanten Abbau von 2000 Vollzeitarbeitsstellen auch um massive finanzielle Opfer der derzeit noch rund 17 000 Karstadt-Beschäftigten gehen. Alle Filialen würden auf den Prüfstand gestellt, hieß es.

dpa

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