Sorge um Zukunft der Kaufhauskette

Karstadt muss über 200 Millionen Euro einsparen

Berlin - Die Existenz von Karstadt ist einem Medienbericht zufolge ohne "tiefgreifendes Sanierungsprogramm" nur noch bis März 2016 gesichert.

Das gehe aus dem achtseitigen Sanierungskonzept 'Karstadt Fokus' hervor, das am Freitag vom Aufsichtsrat um den neuen Investor René Benko an alle Führungskräfte des Konzerns verschickt worden sei, berichtet die "Bild am Sonntag" laut Vorabmeldung.

Ohne eine umfassende Sanierung "steigen die Verluste auf 209 Millionen Euro bis 2016/17 an", zitiert die Zeitung aus dem Sanierungskonzept. Liquide Mittel seien gegenwärtig noch ausreichend vorhanden, "wären aber ab März ohne Gegenmaßnahmen aufgebraucht". Die Kosten für die Sanierung Karstadts würden auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert. Eine nachhaltige Sanierung sogar jedoch 263 Millionen Euro.

Den 83 Filialen stehen demnach Einschnitte bevor. Verkaufspersonal soll ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote (Spielwaren) werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt. Durch mehr Teilzeit-Jobs sollen die Filialen an Samstagen besser besetzt sein als zu Wochenbeginn. Daneben sollen allein in der Essener Konzernzentrale zwanzig Prozent der Jobs abgebaut werden. Darüber hinaus sollen zur Ertragssteigerung Einkauf, Sortiment und Lieferanten umstrukturiert werden, schreibt die Zeitung weiter. Außerdem sollten die Gebühren in den Karstadt-Parkhäusern "um rund zehn Prozent" steigen.

Der österreichische Investor Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Nicolas Berggruen übernommen. Das Papier beinhalte eine Abrechnung mit der Ära Berggruen, schreibt die Zeitung: "Verfehlte Investitionen, mangelnde Marktkenntnis, laufende Strategiewechsel und hausinterne Fehlentscheidungen" hätten den Niedergang der Warenhauskette beschleunigt. Seit Wochen wird über Stellenabbau und Filialschließungen spekuliert.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bericht: Disney an Kauf von Twitter interessiert

San Francisco - Der Unterhaltungsriese Disney prüft laut einem Medienbericht ein Gebot für den Kurznachrichtendienst Twitter.
Bericht: Disney an Kauf von Twitter interessiert

Wie Aldi weg vom Billig-Image will

Designer-Mode, neue Filialen - und jetzt Babynahrung von Markenherstellern. Aldi will sein Billig-Image abschütteln.
Wie Aldi weg vom Billig-Image will

Deutsche-Bank-Aktie auf Rekordtief

Die Deutsche-Bank-Aktie befindet sich im Tiefflug. Anleger befürchten eine Kapitalerhöhung aufgrund von Forderungen des US-Justizministeriums.
Deutsche-Bank-Aktie auf Rekordtief

Fiskus fordert Milliarden von Banken zurück

Mit komplizierten Aktiengeschäften haben Banken den Fiskus um Milliarden erleichtert. Die Ermittlungen dazu sind weit fortgeschritten. Demnächst verlangt der Staat sein …
Fiskus fordert Milliarden von Banken zurück

Kommentare