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Ein 100-Trillionen-Dollar-Geldschein aus Simbabwe. Foto: Jürgen Bätz

Kaum Bargeld: Simbabwe führt Schuldscheine ein

Geldautomaten in Harare sind oft pleite. Simbabwe nutzt den US-Dollar, aber es fehlt an Bargeld. Nun sollen Schuldscheine die Wirtschaftspolitik des 92-jährigen Präsidenten Mugabe retten.

Harare (dpa) - Wegen eines akuten Mangels an US-Dollar-Banknoten führt Simbabwe Schuldscheine als Parallelwährung ein. Zudem wurde eine Obergrenze für Abhebungen von Konten von 1000 Dollar pro Tag eingeführt.

Mit diesen Maßnahmen soll die wirtschaftlich verheerende Bargeld-Knappheit überwunden werden, wie die Zentralbank des Landes im südlichen Afrika erklärte. Häufig geht an Geldautomaten das Geld aus, lange Schlangen an den Automaten sind daher keine Seltenheit.

Eine verfehlte Wirtschaftspolitik führte in Simbabwe zu einer galoppierenden Hyperinflation, die sogar jene in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg in den Schatten stellte. Daraufhin musste die Regierung von Langzeitpräsident Robert Mugabe 2009 die Landeswährung aufgeben und zähneknirschend den US-Dollar einführen. Kurz vorher war es noch strafbar gewesen, US-Dollar zu besitzen.

Damit konnte der komplette wirtschaftliche Kollaps abgewendet werden, jedoch kann die simbabwische Zentralbank keine US-Dollar drucken. Wegen einer anhaltenden Dürre sind in Simbabwe zuletzt die Exporteinnahmen zurückgegangen, was zu einer weiteren Verknappung von Bargeld im Umlauf geführt hat. "Falls das Land nicht mutige Reformen unternimmt, werden die wirtschaftlichen Probleme mittelfristig anhalten", erklärte der Internationale Währungsfonds.

Zentralbankgouverneur John Mangudya erklärte daher am Mittwochabend, es würden innerhalb der nächsten zwei Monate Schuldscheine im Wert von 2, 5, 10 und 20 US-Dollar eingeführt. Zuvor hatte Simbabwe bereits eigene Münzen eingeführt, da es im Land keine US-Münzen gibt. Neben dem US-Dollar wird auch der südafrikanische Rand genutzt.

Viele Menschen in Simbabwe, die durch die Hyperinflation teils alles verloren haben, trauen der Regierung des 92-jährigen Präsidenten Mugabe nicht zu, wieder zuverlässig eine eigene Währung zu managen. Regierung und Zentralbank räumen ein, dass Simbabwe noch nicht reif sei, wieder eine eigene Währung einzuführen.

Die Wirtschaftsleistung Simbabwes ist heute nur halb so groß wie vor etwa 15 Jahren, als Mugabe mit der Enteignung weißer Landwirte begann. Daraufhin brach die Landwirtschaft ein, was den Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft einleitete.

Simbabwe gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Ländern der Welt. Wegen der gegenwärtigen Dürre gelten dieses Jahr knapp vier Millionen Menschen, gut ein Viertel der Bevölkerung, als akut von Hunger bedroht. Mugabe hingegen wird immer wieder für seinen ausschweifenden Lebensstil kritisiert.

IWF-Einschätzung der simbabwischen Wirtschaftslage (Englisch)

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