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Claudia Möllers, Ressortleiterin der MM-Bayernredaktion. 

Bauern kämpfen um ihre Existenz

Kommentar zu Milchpreisen: Die Menge muss runter

München - Der Preis, den Bauern für einen Liter Frischmilch von den Molkereien erhalten, ist erstmals unter 20 Cent gefallen. Bauern kämpfen um ihre Existenz. Ein Kommentar.

Manche Milchbauern können bereits ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen, die Konten sind überzogen, ein weiterer Kredit bei der Bank ist aussichtslos. Sie befürchten, dass die Banken das Licht ausdrehen. Auf Höfen, die vielleicht seit Generationen im Familienbesitz sind.

Die anhaltenden Preissenkungen bei den Milchprodukten in den Supermarktregalen und damit auch beim Milchpreis, den Molkereien an ihre Bauern auszahlen, gefährden zunehmend die Existenz von Betrieben. Es wird höchste Zeit, dass die Politik, dass der Bund etwas unternimmt. Gewiss, die Abschaffung der Milchquote sollte die Landwirte ja gerade dazu bringen, sich dem Weltmarkt zu stellen. Dass sie selber Angebot und Nachfrage im Blick haben und eigenverantwortlich mit den Molkereien darauf reagieren.

Doch ganz so einfach geht es nicht. Die heimische Landwirtschaft, die uns mit regionalen Lebensmitteln versorgt, ist systemrelevant für Deutschland. Abgesehen von der Lebensmittelversorgung hängt eine Vielzahl an Arbeitsplätzen am Agrarsektor. Dass weltweit zu viel Milch auf dem Markt ist und damit die Preise in den Keller rauschen, hat schon auch damit zu tun, dass Landwirte nach dem Wegfall der Quote mehr melken. Aber auch die lahmende Wirtschaft in China, das Russland-Embargo und die sinkende Nachfrage in Erdöl-Erzeugerländern machen sich bemerkbar. Der Bund muss einen Anreiz schaffen, dass die Bauern eigenverantwortlich die Menge reduzieren. Wenn dann noch der Verbraucher mitzieht und nicht nur zur Billigware greift, kann es wieder bergauf gehen.

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