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ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Konjunkturerwartung fällt unerwartet stark

Mannheim - Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren sind im Juli weiter gefallen. Der Rückgang wurde zwar erwartet, doch nicht in diesem Maße.

Unter dem Eindruck der Euro-Krise haben die deutschen Finanzprofis ihre Konjunkturerwartungen im Juli erneut hinuntergeschraubt. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich erhobene Index fiel zum fünften Mal in Folge und verlor im Vormonatsvergleich 6,1 Punkte auf minus 15,1 Zähler. Das gab das ZEW am Dienstag in Mannheim bekannt.

Experten hatten mit einem geringeren Rückgang auf minus 12,5 Punkte gerechnet. Trotz einer insgesamt robusten Konjunkturlage dämpfe die Schuldenproblematik in einigen Ländern des Euroraums die Stimmung, hieß es. Auch die wirtschaftliche und finanzpolitische Situation der USA werde von den Finanzmarktexperten mit zunehmender Sorge betrachtet.

ZEW-Präsident Wolfgang Franz zufolge stellt sich vor dem Hintergrund des instabilen weltwirtschaftlichen Umfeldes allerdings die Frage, “wie lange der Konjunkturmotor noch mit der derzeitig hohen Drehzahl laufen wird“.

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Eine Abschwächung der Konjunktur ist auch nach Meinung von Commerzbank-Experten nicht auszuschließen. “Mit dem neuerlichen Rückgang im Juli hat der ZEW-Index eindeutig ein Wendesignal generiert“, hieß es. “Denn damit hat auch der Sechsmonatsdurchschnitt wieder nach unten gedreht, was in der Vergangenheit recht zuverlässig eine Abschwächung der Konjunktur ankündigte.“

Spürbare Folgen für die Konjunktur hätte die Krise aus Sicht der Commerzbank-Experten aber nur bei einer Eskalation der Schuldenproblematik und einem “dadurch ausgelösten Unsicherheitsschock“. Solange dieser ausbleibe, dürfte die Einschätzung der Unternehmen, also das Ifo-Geschäftsklima, die bessere Leitschnur für die Konjunkturaussichten sein, hieß es. Das sehr gute Geschäftsklima deute auf ein vorerst weiter recht solides Wachstum hin. Die Ifo-Zahlen für Juli werden am Freitag veröffentlicht.

Die aktuelle konjunkturelle Lage für Deutschland bewerteten die vom ZEW befragten Analysten deutlich besser als die kommende. Die Einschätzung für Juli fiel wieder etwas besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator legte um 3,0 Punkte zu und notierte damit bei 90,6 Punkten. Im Vormonat war er um 3,9 Zähler auf 87,6 Punkte gesunken. Die Konjunkturprognose für die Eurozone ging im Juli um 1,1 Punkte auf minus 7,0 Punkte zurück. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechtert sich um 1,5 Punkte auf 2,3 Punkte. Der ZEW-Konjunkturindex gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

dapd

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