+

Ständiges Auf und Ab

Konjunktursorgen ziehen deutschen Aktienmarkt runter

Frankfurt - Wohin steuern die Börsen? Kommt es nach den fetten Gewinnen der vergangenen Jahre zur befürchteten großen Korrektur? Der Dax hat keine Antwort darauf und schwankt.

Die Sorgen um die Weltwirtschaft gewinnen an der Frankfurt Börse wieder die Oberhand. Zuletzt lag der Dax am Dienstagmorgen um 0,31 Prozent auf 8784,86 Punkte im Minus. Es war aber keine einheitliche Linie erkennbar. Der deutsche Leitindex war kurzzeitig vom Minus ins Plus geschwenkt, knickte dann aber wieder ein.

Die anderen Indizes folgten: Der MDax verlor 0,14 Prozent auf 14926,09 Punkte, der TecDax büßte 0,17 Prozent auf 1142,00 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein halbes Prozent im Minus.

Nach den starken Verlusten der vergangenen Woche hatte sich der Dax am Montag stabilisiert und ein moderates Plus eingeheimst. Viele Beobachter befürchten aber weitere Kursrückschläge, denn schließlich sind die Sorgen um die Weltkonjunktur und die Wirksamkeit der Notenbanken-Politik nicht einfach verschwunden.

So hatte auch die Wall Street keinen Grund zum Aufatmen: Der marktbreite S&P-500-Index war am Vorabend auf den tiefsten Stand seit Mai gesackt und der Dow Jones Industrial gar seit April.

Auf der Konjunkturseite werden am späten Vormittag die Industrieproduktion der Eurozone und die ZEW-Konjunkturerwartungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. „Wir erwarten nach den bereits in der Vorwoche sich häufenden negativen deutschen Makrodaten auch von diesem Frühindikator das Signal eines weiteren Stimmungsrückgangs“, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg.

Börsianer hoffen daher besonders auf Impulse durch die anlaufende US-Berichtssaison. Unter anderem werden an diesem Tag die Großbanken JPMorgan und Citigroup ihre Bilanzen präsentieren; nachbörslich ist dann der Chiphersteller Intel an der Reihe.

Unter den Einzelwerten im Dax reagierten die Papiere der Deutschen Telekom mit einem moderaten Abschlag von einem halben Prozent auf die Absage von Iliad zur Übernahme von T-Mobile US. Der französische Internet- und Telefonkonzern Iliad hatte am Vortag sein Vorhaben aufgegeben, die Telekom-Tochter mehrheitlich zu übernehmen, nachdem sein jüngstes Angebot von 36 US-Dollar je Aktie abgelehnt worden war. Ein Börsianer sprach am Morgen von einer etwas belastenden Nachricht für die Telekom, aber nicht vom „Schocker“.

Daimler-Aktien sind am Dienstag nach vorläufigen Zahlen kräftig in die Höhe gegangen. Das Pkw-Geschäft bei Mercedes Benz Cars laufe rund, kommentierte ein Händler die Zahlen. Zudem machen sich die Börsianer Hoffnungen auf eine höhere Dividende.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW kostet Abgas-Skandal bis zu 14,7 Milliarden Dollar

San Francisco - Da kommt einiges zusammen: Der Abgas-Skandal wird für Volkswagen zu einer teuren Angelegenheit. In den USA könnte die Affäre VW bis zu 14,7 Milliarden …
VW kostet Abgas-Skandal bis zu 14,7 Milliarden Dollar

Besucherzahlen in der Türkei brechen weiter ein

Istanbul (dpa) - Zum Beginn der Urlaubssaison sind die Besucherzahlen in der Türkei weiter eingebrochen. Im Mai seien knapp 34,7 Prozent weniger Ausländer als im …
Besucherzahlen in der Türkei brechen weiter ein

Mindestlohn steigt von 8,50 auf 8,84 Euro

Berlin - Nach zwei Jahren soll der Mindestlohn steigen - soviel war klar. Jetzt gibt es auch Gewissheit über die Höhe der Anhebung. Ein wenig bekanntes Gremium hat sich …
Mindestlohn steigt von 8,50 auf 8,84 Euro

Kleine Milchviehhalter geben auf

Wiesbaden - Wegen geringer Ertragsaussichten geben immer mehr kleine Milchbauern in Deutschland die Viehhaltung auf.
Kleine Milchviehhalter geben auf

Kommentare