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Edeka und Kaiser's Tengelmann.

Letzte Chance für Supermarkt-Fusion

Zukunft von Kaiser's Tengelmann: Fragen und Antworten

Berlin - Was passiert mit der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann? Darüber entscheiden bis kommenden Freitag die Chefs von Tengelmann, Edeka und Rewe. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Die Konzernchefs von Tengelmann, Edeka und Rewe starteten einen letzten Versuch, die verfahrene Situation bei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann zu bereinigen. Kaiser's-Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte am 23. September die Pläne zur Zerschlagung der verlustreichen Supermarktkette  für zwei Wochen ausgesetzt. Scheitern die Verhandlungen, droht laut SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel der Verlust von 8000 Arbeitsplätzen - 4000 sind es in NRW - bei Kaiser's Tengelmann. Fragen und Antworten zum Gipfel, bei dem die beteiligten Unternehmen zusammen mit der Gewerkschaft Verdi einen letzten Versuch unternehmen, doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Warum ist das Spitzentreffen überhaupt notwendig? Erst stoppte das Bundeskartellamt die Übernahmepläne durch Edeka. Dann machte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Weg mit einer Ausnahmegenehmigung wieder frei. Das Oberlandesgericht Düsseldorf setzte die Ministererlaubnis auf Antrag von Rewe und Markant vorläufig außer Kraft setzte. Kaiser's Tengelmann hat nicht die Zeit, eine juristische Klärung abzuwarten.

Wie könnte eine Einigung gelingen?

Die einfachste Lösung wäre es, dass Rewe seine Klage gegen die Ministererlaubnis zurückziehen würde. Dann könnte Edeka Kaiser's Tengelmann komplett übernehmen, die von dem Handelsriesen mit Verdi für diesen Fall ausgehandelten Tarifverträge würden greifen und damit langfristige Arbeitsplatzgarantien für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann.

Was spricht dagegen?

Rewe war bisher nicht bereit zu einem solchen Schritt. Konzernchef Alain Caparros signalisierte vor Beginn des Krisentreffens, dass er auf eine "faire Aufteilung" von Kaiser's Tengelmann hofft. Dabei könnten neben Edeka und Rewe auch andere interessierte Unternehmen zu Zuge kommen, meinte der Manager in einer Erklärung vor dem Krisengipfel.

Es geht zum einen um Marktanteile. Edeka ist schon heute Deutschlands mit Abstand größter Lebensmittelhändler und Rewe will nicht weiteren Boden an den Rivalen verlieren. Zudem fühlt sich Caparros von den Konkurrenten ausgetrickst. Es habe sich bei der Ministererlaubnis um ein abgekartetes Spiel gehandelt, sagte der Rewe-Chef kürzlich in einem Interview.

Was würde ein Scheitern des Gipfels für Tengelmann-Mitarbeiter bedeuten?

Die Supermarktkette würde voraussichtlich zerschlagen, heißt es in informierten Kreisen: die Filialen würden einzeln oder in Paketen an die Wettbewerber verkauft. Geschäfte, für die sich kein Interessent findet, würden dicht gemacht, ebenso wahrscheinlich die Fleischwerke und die Logistik des Konzerns. Auch die Verwaltung der Supermarktkette würde dann nicht mehr benötigt. Tausende Arbeitsplätze wären in diesem Fall gefährdet.

tz

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