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Lufthansa-Streik: In Frankfurt wurde der Langstreckenverkehr fast eingestellt, in München fielen die Hälfte der Flüge aus.

Gewerkschaft droht mit weiterem Streik

Lufthansa-Streik geht möglicherweise weiter

München/Frankfurt - Beim Lufthansa-Streik sind seit Dienstag nun auch die Langstrecken-Flüge betroffen. So ist die Situation in München und an den anderen Flughäfen.

Seit Dienstag bestreiken die Lufthansa-Piloten jetzt auch die Langstrecken-Flüge - eine neue Eskalationsstufe im Streit um den Vorruhestand der Piloten. Der Lufthansa-Streik soll zwar nur bis Mitternacht dauern, aber eine Einigung oder wenigstens Entspannung zwischen der Pilotengewerkschaft und der Lufthansa ist nicht in Sicht. Seit Montagnachmittag werden bereits die Kurz- und Mittelstrecken bestreikt.

Weitere Lufthansa-Streiks sind möglich

Noch in dieser Woche könnten den Passagieren außerdem weitere Streiks drohen: „Sollte sich im Tarifkonflikt weiterhin nichts tun, sollte bei der Lufthansa weiter gemauert werden, dann schließen wir weitere Streiks in dieser Woche nicht aus“, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, am Dienstag. 

Seit Streikbeginn hat die Lufthansa bisher 1511 Flüge gestrichen, auch Verbindungen nach Asien und in die USA. 166.000 Passagiere sind betroffen. In Frankfurt hatte die Lufthansa den Langstreckenflugverkehr fast komplett eingestellt. In München sollten etwa die Hälfte der Flüge starten.Langstreckenflüge von und nach Düsseldorf sollten planmäßig abheben.

In München und Frankfurt, den wichtigen Lufthansa-Drehkreuzen, blieb das Chaos am Dienstag beim Lufthansa-Streik erst einmal aus. Eine Fraport-Sprecherin erklärte, die Schalter seien besetzt, die Passagiere würden mit Essen und Getränken versorgt.

Den Dienstag über will die Gewerkschaft der Lufthansa Zeit geben, um ein neues Angebot vorzulegen. "Dann laufen die Streikmaßnahmen erst einmal aus und dann sehen wir weiter", sagt Wahl.

Lufthansa-Streik: Darum geht es

Hauptstreitthema zwischen der Lufthansa und der Piloten-Gewerkschaft Cockpit ist die Übergangsversorgung für die 5400 Piloten im Lufthansa-Konzern. Die Fluggesellschaft will den Piloten künftig frühestens ab 60 statt wie bisher mit 55 Jahren einen bezahlten Vorruhestand zugestehen. Die Pilotengewerkschaft wehrt sich dagegen und fordert, dass ihr das Unternehmen entgegenkommt. Sie wirft der Lufthansa außerdem vor, die Übergangsversorgung für neu eingestellte Piloten komplett abschaffen zu wollen. "Da machen wir nicht mit", sagt Wahl. "Diese Vorbedingung müsste die Lufthansa vom Tisch nehmen, damit wir wieder verhandeln."

Die Lufthansa zeigt sich weiterhin verhandlungsbereit: "Wir haben zu allen strittigen Punkten Gesprächsangebote gemacht und die gelten weiterhin", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Mit dem Versuch, den Streik mit einem Eilantrag vorzeitig zu beenden, scheiterte die Lufthansa am Dienstag beim Landesarbeitsgericht Hessen. 

Wer fliegt trotz Lufthansa-Streik?

Alle Fluggäste werden von Lufthansa gebeten sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren.

Flüge der Fluggesellschaften Austrian Airlines, Brussels Airlines, Germanwings, SWISS und Air Dolomiti (operated by OS, SN, 4U, LX, EN) sind, laut der Airline, nicht vom Streik betroffen und werden flugplanmäßig durchgeführt.

Die Liste der gestrichenen Lufthansa-Flüge finden Sie hier.

Umbuchen beim Lufthansa-Streik?

Flugpassagiere, deren Flug gestrichen wurde, bietet Lufthansa Umbuchungen auf andere Termin an. Auch Flüge die von/nach/via Frankfurt, München und Düsseldorf im Streikzeitraum nicht gestrichen sind, können einmalig kostenlos umgebucht werden.

dpa

 

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