+
Die extrem exportorientierte Branche Maschinenbau beschäftigt gut eine Million Menschen in Deutschland. Foto: Arno Burgi

Maschinenbau zieht Bilanz nach schwierigem Jahr

Die deutschen Maschinenbau-Unternehmen haben im Dezember noch viele große Aufträge reinbekommen. Ihr Verband VDMA bleibt aber vorsichtig, ob das 2016 auf die laufende Produktion durchschlägt.

Frankfurt/Main (dpa) - Ein kräftiger Bestellschub aus dem Ausland hat dem deutschen Maschinenbau die Bilanz für 2015 gerettet.

Unter dem Strich lag der Wert der neuen Order für das Gesamtjahr 1 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2014, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt berichtete. Dieser reale Zuwachs stammte sowohl aus dem Inland als aus dem Ausland. "Das ist nicht gerade berauschend, aber es zeigt sehr gut die Seitwärtsbewegung im Maschinenbau", erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Trotz der leicht positiven Orderentwicklung im vergangenen Jahr bleibt der Verband bei seiner vorsichtigen Prognose für die Produktion. Danach werde es im laufenden Jahr erneut eine Stagnation ohne reale Produktionssteigerung geben. Der nominale Produktionswert wird für 2015 unverändert auf 199 Milliarden Euro geschätzt und für dieses Jahr auf 201 Milliarden Euro.

Die stark exportorientierte Branche mit gut einer Million Arbeitsplätzen spürt das verlangsamte Wachstum der chinesischen Wirtschaft ebenso wie die Sanktionen gegen Russland und die Probleme vieler Schwellenländer. Im Gesamtjahr gingen die Aufträge aus den Nicht-Euro-Ländern um 3 Prozent zurück. Deutlicher Nachholbedarf bei den Investitionen zeigt sich hingegen in den um 15 Prozent gestiegenen Bestellungen aus dem Euro-Raum. Hier komme man allerdings von einem niedrigen Niveau, hieß es beim VDMA.

Im Monat Dezember hatten aber gerade einige Großaufträge aus dem Nicht-Euro-Raum das Auslandsgeschäft auf ein Plus von 17 Prozent getrieben. Aus dem Inland kamen hingegen 5 Prozent weniger Aufträge.

Bei den nur bis einschließlich November vorliegenden Exportzahlen zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Absatzmärkte. Das preisbereinigte Exportwachstum von 2,4 Prozent erklärt sich aus gestiegenen Ausfuhren in die USA (+12 Prozent) und in die EU (+6 Prozent), mit denen das schwächelnde China-Geschäft (-6 Prozent) mehr als ausgeglichen werden konnte.

Sehr unterschiedlich entwickelten sich im Schlussquartal 2015 die einzelnen Maschinenbausparten. So konnten die Hersteller von Turbinen, Fahrtreppen und Aufzügen sowie Maschinen für Bergbau und Verfahrenstechnik Zuwächse von über 20 Prozent verzeichnen. Einbußen in der gleichen Dimension mussten hingegen die Hersteller von Maschinen für Holzbearbeitung, Gießereien sowie Hütten- und Walzwerktechnik hinnehmen.

VDMA zu Auftragseingang 11/2015

Jahresprognose VDMA

VDMA zu Auftragseingang 12/2015

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax leicht im Minus

Vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten halten sich deutsche Anleger lieber zurück. Aufmerksam wurden allerdings Spekulationen rund um die größte deutsche Bank …
Dax leicht im Minus

Noch mehr als 130 000 Lehrstellen unbesetzt

Nürnberg (dpa) - Einen Monat vor dem Ende des Berufsberatungsjahres Ende September sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 130 900 Lehrstellen unbesetzt …
Noch mehr als 130 000 Lehrstellen unbesetzt

Deutsche Banken denken über mehr Zusammenarbeit nach

Banken ächzen unter den andauernd niedrigen Zinsen und bekommen immer mehr Konkurrenz von jungen Fintechs. Mehr Zusammenarbeit könnte ein Ausweg sein. Es gibt sogar …
Deutsche Banken denken über mehr Zusammenarbeit nach

Noch smarter: IFA stellt vernetzte Technik in den Mittelpunkt

In der Zukunft soll im Haushalt und in der Unterhaltungselektronik alles einfacher und komfortabler werden. Auf der IFA stellen die Hersteller die neuesten digitalen …
Noch smarter: IFA stellt vernetzte Technik in den Mittelpunkt

Kommentare