Machtkampf

Media-Saturn-Interimschef Haas bleibt im Amt

München - Im Machtkampf um Europas größten Elektrogerätehändler Media-Saturn wollte Firmengründer Erich Kellerhals Pieter Hass, den kommissarischen Chef des Konzerns, absetzen. Das hat nicht geklappt.

Der Interimschef von Europas größtem Elektrogerätehändler Media-Saturn, Pieter Haas, bleibt gegen den Willen von Firmengründer Erich Kellerhals im Amt. „Die heutige, außerordentliche Gesellschafterversammlung hat wie erwartet das Ergebnis erbracht, dass Herr Haas weiterhin Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von Media-Saturn ist“, teilte ein Sprecher der Metro Group, die mit 78 Prozent Mehrheitseigner von Media-Saturn ist, am Freitag mit. „Damit sind weiterhin Kontinuität und Stabilität in der Geschäftsführung von Media-Saturn sichergestellt, was in der aktuellen Situation am Wichtigsten ist.“

Kellerhals, der etwa 22 Prozent Anteile am Unternehmen hält, hatte die Gesellschafterversammlung nach Medienberichten mit dem Ziel einberufen, Haas zu schassen. Die Metro und Kellerhals streiten seit längerem darüber, wer das Sagen bei dem Unternehmen hat. Dabei überziehen sich beide Seiten mit Vorwürfen, Beschuldigungen und juristischen Verfahren. Der Metro-Vorstand Haas war nach Ingolstadt entsandt worden, um die Neuausrichtung des Unternehmens voranzutreiben, nachdem der vorherige Chef, Horst Norberg, Anfang Mai zurückgetreten war.

Die Geschäfte des Elektrogerätehändlers laufen nicht wirklich rund. Vor allem Handelsplattformen im Internet machen dem Geschäftsmodell mit großen Häusern das Leben schwer. Noch kurz vor seinem Abgang hatte Norberg deshalb eine weitreichende Neuausrichtung für die beiden Ketten vorgestellt. Kellerhals, der ein Veto-Recht bei Media-Saturn hat, war vor dem Rückzug zunehmend auf Distanz zu Norberg gegangen. Bei seinem kommissarischen Nachfolger Haas sieht er laut „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag) einen Interessenskonflikt, weil der Manager neben seinem Job in Ingolstadt auch weiter im Vorstand der Metro AG sitze. Denn die Metro sei über die Elektrosparten ihrer Töchter Kaufhof und Real ein Konkurrent von Media-Saturn.

Auch wenn sich Kellerhals am Freitag nicht durchsetzte, geht der Streit weiter: Schon am kommenden Donnerstag treffen sich Vertreter der Parteien vor dem Oberlandesgericht München. Im Kern geht es dabei abermals um Entscheidungsbefugnisse bei Media-Saturn. Auch aus Sicht der Justiz scheint in dem Konflikt kein Ende in Sicht: Der Sprecher des OLG München überschrieb den Pressehinweis auf die Verhandlung am Freitag mit den Worten „Never ending story...“.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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