Bericht zitiert Geheimschreiben

War der Flughafen Berlin zur geplanten Eröffnung nur halbfertig?

München - Über drei Jahre lang sorgte der Berliner Flughafen für negative Schlagzeilen. Nun enthüllt ein Geheimbericht, dass die Mängel eklatanter waren als gedacht. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Seit über drei Jahren wird die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) verschoben. Zunächst begründete die Flughafengesellschaft dies wegen unzureichenden Brandschutzes. Wie ein Geheimbericht des Landesrechnungshofs des Landes Brandenburg nun aufdeckt, waren die Mängel jedoch viel eklatanter. Das berichtet bild.de.

Demnach war der Flughafen zur geplanten Eröffnung im Sommer 2012 nicht mal im Ansatz fertig. Das Nachrichtenportal schreibt, dass nur 26 der 102 Flugsteige "einigermaßen erfolgreich" genutzt werden konnten und beruft sich auf den Geheimbericht. Außerdem standen offenbar Informations- und Ticket-Schalter im Check-in-Bereich nicht zur Verfügung.

Vorwurf der "intransparenten Informationsvermittlung"

Die Liste des Grauens gehe demnach noch weiter: Die Großgepäckaufgabe Abflug war nicht einsatzbereit, Lieferhöhe, Parkhäuser, Taxispeicher und Verkehrssteuerungssysteme waren nicht ausgereift. Das Fazit: "Die operative Betriebsfähigkeit des BER habe mit Abschluss des Probebetriebs am 8.5.2012 bei 56,2 Prozent des Sollwertes 100 Prozent gelegen."

Alles in allem wäre es ein totaler Reinfall für die Gesellschafter-Versammlung und den im Aufsichtsrat sitzenden ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, wenn sich die Vermutungen bestätigen würden. Der Bericht deckt auch auf, wie gezielt Landtags-Abgeordnete und die Öffentlichkeit "durch intransparente Informationen" hinters Licht geführt worden sein sollen.

ms

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Michael Sapper

Michael Sapper

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