Und das jedes Jahr

Mehrwertsteuer-Betrug: EU entgehen 50 Milliarden Euro

Brüssel - Mit diesem Geld könnte man richtig viel anfangen. Der EU entgehen jedes Jahr rund 170 Milliarden Euro an Mehrwertsteuereinnahmen. Dagegen will die EU-Kommission nun vorgehen.

Die EU-Kommission will den milliardenschweren Mehrwertsteuerbetrug in der Union eindämmen. Jedes Jahr gingen den Mitgliedstaaten zusammen rund 170 Milliarden Euro Mehrwertsteuereinnahmen verloren, davon entfielen allein rund 50 Milliarden Euro auf Betrug, sagte EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel. „Das ist nicht hinnehmbar.“ Was mit dem Restbetrag von 120 Milliarden Euro passiert, blieb offen.

Es gehe um eine Reform der Mehrwertsteuer-Erhebung bei grenzüberschreitenden Geschäften. Dazu sei eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedsländer nötig, denn das Ursprungsland solle die Steuer im Auftrag des Ziellandes erheben. Die EU-Behörde will bald dazu einen offiziellen Vorschlag machen; die Steuerpolitik in der Union ist ein Minenfeld, denn einzelne Staaten können mit ihrem Veto einen Kompromiss blockieren.

Betrugsmasche ist bekannt

Das Vorgehen richtet sich unter anderem gegen den sogenannten Karussellbetrug. Dabei führen Händler Ware mehrwertsteuerfrei aus dem Ausland ein und verkaufen diese dann mit Steuer weiter. Anstatt aber den Betrag an den Fiskus abzuführen, taucht der Betrüger mit der vom Kunden gezahlten Steuer unter. Diese oder ähnliche Arten von Schiebereien können mehrfach wiederholt werden - es kommt zum „Karussell“. Die Betrüger nutzen dabei den Umstand aus, dass Lieferungen über die EU-Binnengrenzen umsatzsteuerfrei sind.

Unter den EU-Finanzministern wird schon seit Jahren über die Eindämmung des Karussellbetrugs debattiert, ohne dass eine Wende gelang. Der damalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück konnte sich in der EU nicht mit den Vorschlag durchsetzen, das Mehrwertsteuersystem komplett umzustellen.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Inflation zieht leicht an: 0,4 Prozent im Juli

Wiesbaden (dpa) - Höhere Mieten und ein Anstieg der Lebensmittelpreise haben die Inflation im Juli auf niedrigem Niveau angetrieben. Die Verbraucherpreise in Deutschland …
Inflation zieht leicht an: 0,4 Prozent im Juli

Terrorangst macht Reisebranche zu schaffen

Fluggesellschaften und Reiseveranstalter kappen ihre Prognosen. Terrorangst drückt auf die Nachfrage - nicht nur in Deutschland.
Terrorangst macht Reisebranche zu schaffen

Renault kürzt Gehalt seines Chefs

Paris (dpa) - Der Autobauer Renault hat im Streit mit der französischen Regierung über das Gehalt seines Chefs Carlos Ghosn Zugeständnisse gemacht. Der variable …
Renault kürzt Gehalt seines Chefs

Smartphone-Marktführer Samsung mit Gewinnanstieg

Während Apple zurückgehende Verkäufe seines iPhone vermeldete, spricht der Konkurrent Samsung von einem guten Geschäft mit seinen Smartphone-Premium-Modellen. Die …
Smartphone-Marktführer Samsung mit Gewinnanstieg

Kommentare