VW dabei

IG Metall will neue Arbeitszeitmodelle

Hannover/Frankfurt - Die IG Metall sortiert ihre Forderungen zur anstehenden Tarifrunde. Neben mehr Lohn will sie voraussichtlich Teilzeitlösungen für ältere und fortbildungswillige Beschäftigte durchsetzen.

Die IG Metall will bei der kommenden Metall-Tarifrunde neben höheren Löhnen auch neue Arbeitszeitmodelle für zusätzliche Beschäftigtengruppen durchsetzen. Um die Schlagkraft zu erhöhen, sollen 2015 die sonst zeitlich abgetrennten Verhandlungen zum VW-Haustarifvertrag parallel geführt werden, wie der IG-Metall-Bezirksleiter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, am Freitag in Hannover ankündigte.

Nach Diskussionen in mehreren Gewerkschaftsbezirken zeichnet sich ab, dass 2015 der bereits bestehende Tarifvertrag zur Altersteilzeit verlängert werden soll. Als mögliche zweite Forderung ist in verschiedenen Gremien bereits ein Teilzeit-Modell mit Teillohnausgleich für die Fortbildung junger Mitarbeiter diskutiert worden, für das sich nun auch Meine stark macht.

Zuvor hatte sich bereits der einflussreiche Bezirk Baden-Württemberg dafür ausgesprochen, das von der Altersteilzeit bekannte Prinzip „erst Arbeitsphase, dann Freistellung“ zu nutzen, um Beschäftigten zum Beispiel eine zusätzliche Ausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Die Detailregelungen könnten sich nach Vorstellung der Gewerkschafter an den Regelungen für ältere Mitarbeiter orientieren. Details und auch andere Vorschläge würden aber noch diskutiert, sagte eine Sprecherin des IG-Metall-Vorstands in Frankfurt.

Der nach der gesetzlichen Rentenreform vorzeitig zur Verlängerung anstehende Tarifvertrag zur Altersteilzeit sieht bislang vor, dass höchstens vier Prozent der Beschäftigten eines Betriebs früher gehen können. In der zweiten Hälfte der Laufzeit müssen die Beschäftigten bis zum Renteneintritt nicht mehr arbeiten, erhalten aber weiterhin 82 Prozent ihres früheren Nettoeinkommens plus Sonderzahlungen und aufgestockten Rentenbeiträge.

Bei der beruflichen Qualifikation sind zwei Modelle angedacht, die ähnlich wie bei der Altersteilzeit einen vierjährigen Zeitraum in Arbeitsphase und Freistellung aufteilt. „Gerade bei jüngeren Leuten stößt so ein Modell auf Interesse“, sagte Meine. Die Altersteilzeit könnte nach seiner Ansicht auch bei den rund 100 000 Tarifbeschäftigten von Volkswagen zum zentralen Thema werden. Anders als in den Betrieben der Metallindustrie gibt es bei VW aber keine vierprozentige Begrenzung für den Anteil der Altersteilzeitler an der Gesamtbelegschaft.

Die IG Metall will ihre Tarifforderung für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten nach dem Flächentarifvertrag formal erst am 25. November endgültig festlegen. Zu den Arbeitszeitplänen will der Vorstand der größten deutschen Gewerkschaft aber bereits am 8. Juli eine Empfehlung abgeben.

dpa

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