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Nach dem Zuschlag für den kanadischen Handelskonzern Hudsons's Bay (HBC) im Bieterrennen um Kaufhof rechnet Metro-Chef Olaf Koch mit deutlich höheren Investitionen in die Kölner Warenhauskette.

Nach dem Verkauf

Metro-Chef erwartet mehr Investitionen durch neuen Kaufhof-Eigner

Düsseldorf - Auch nach der Entscheidung über den Kaufhof-Verkauf sind noch viele Fragen offen. Metro-Chef Koch zeigte sich zuversichtlich, dass Hudson's Bay als neuer Eigentümer kräftig investieren will.

Nach dem Zuschlag für den kanadischen Handelskonzern Hudsons's Bay (HBC) im Bieterrennen um Kaufhof rechnet Metro-Chef Olaf Koch mit deutlich höheren Investitionen in die Kölner Warenhauskette. HBC habe „ganz andere Investitionsmöglichkeiten“ als Metro, sagte Koch im Gespräch mit dem Magazin „Wirtschaftswoche“.

„Kaufhof wird jetzt die Aufmerksamkeit und die Mittel erhalten, die das Unternehmen verdient hat“, sagte Koch. Metro habe dagegen immer vor dem Dilemma gestanden, dass jeder Euro, den das Unternehmen in die Expansion anderer Töchter gesteckt habe, ungleich mehr Rendite erzielt habe, als ein entsprechender Einsatz bei Kaufhof. Hudson's Bay will Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro übernehmen.

Hudson's Bay hatte bislang keine konkreten Angaben zur Höhe der geplanten Investitionen in die Kaufhof-Häuser gemacht. Nach Angaben einer Metro-Sprecherin hatte das Unternehmen beim Kauf auch einen Verbleib des Kaufhofs für mindestens fünf Jahre in der Tarifbindung zugesagt. Damit bestätigte die Metro-Sprecherin einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“.

Zu einer laut dem Magazin ebenfalls vereinbarten Strafzahlung von fünf Millionen Euro bei einem Verstoß wollte die Metro-Sprecherin dagegen keine Stellung nehmen. Ein Sprecher von Hudson's Bay erklärte: „Wir stehen voll und ganz hinter unseren Zusagen in der Sozial-Charta. Daher haben wir auch kein Problem damit, dass eine Vertragsverletzung entsprechende Sanktionen nach sich ziehen würde.“

Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi wies dagegen darauf hin, dass es weiter notwendig sei, die gemachten Zusagen in einem Tarifvertrag rechtsverbindlich zu vereinbaren.

Das kanadische Unternehmen hatte nach Bekanntwerden der Entscheidung angekündigt, 40 der 59 zu Kaufhof gehörenden Warenhaus-Immobilien in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Immobilienkonzern Simon Property einbringen zu wollen.

Den Wert des Immobilienpakets hatte HBC mit rund 2,4 Milliarden Euro beziffert. Auch nach dem Verkauf werde das kanadische Unternehmen die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen behalten, hieß es. HBC habe damit nicht vor, die Kontrolle über die Immobilien abzugeben. In Unternehmenskreisen hieß es, dass HBC so günstigere Kredite erhalten könnte, um etwa in die Filialen zu investieren. Die „Börsenzeitung“ und die „WAZ“ hatten über das Geschäft berichtet.

Mit ihrem Angebot für Kaufhof hatten die Kanadier den Karstadt-Eigentümer Signa ausgestochen, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Hudson's Bay hatte angekündigt, keine Standorte zu schließen und keine Mitarbeiter entlassen zu wollen. Die Zusagen sollen zunächst für drei Jahre gelten.

Hudson's Bay, gegründet 1670, ist nach eigenen Angaben Nordamerikas ältestes Unternehmen. Der Konzern betreibt in den USA und in Kanada mehr als 300 Warenhäuser und Fachgeschäfte. Zum Firmenimperium gehört auch die bekannte US-Warenhauskette Saks Fifth Avenue. Die Übernahme von Kaufhof wäre ein erster Schritt auf den europäischen Markt.

dpa

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