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Ein Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines VW Golf.

Motorschonung bei Diesel-Autos

Experten: Abschalten der Abgasreinigung ist unnötig

Berlin - Seit dem VW-Skandal behaupten Autokonzerne, dass das Abschalten der Abgasreinigung bei niedrigen Temperaturen nötig sei. Experten stellen dies infrage.

Die im Zuge des VW-Skandals in die Kritik geratenen Abschaltungen der Abgasreinigung von Diesel-Autos aus Gründen des Motorschutzes sind aus Expertensicht fragwürdig. „Nach aktuellem Kenntnisstand ist es heute möglich, Motoren so zu konstruieren, dass sie betriebssicher ohne Motorschutzfunktion eingesetzt werden können und die aktuell geltende Emissionsgesetzgebung für Europa erfüllen“, schreibt Sachverständiger Roland Baar von der Technischen Uni Berlin in einer Stellungnahme für den Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Abschaltung von Reinigungssystemen ist "Unsinn"

Der Lübecker Programmierer Felix Domke erläutert, Hersteller sollten inzwischen in der Lage sein, Grenzwerte so zu optimieren, „dass ein erweiterter Einsatz der Abgasreinigung möglich ist, ohne Motorschäden zu erwarten“. Ingenieur Andreas Mayer nennt „Abschaltmöglichkeiten von Emissionskomponenten zwecks sogenannter Motorschonung“ in seiner Stellungnahme „Unfug“. Generell sind solche Abschaltungen in der EU verboten - es sei denn, dies ist zum Schutz des Motors notwendig. Auf diese umstrittene Ausnahme berufen sich viele Hersteller.

Grünen-Politiker kritisiert Behörden

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer nannte es einen Skandal, dass diese Abschalteinrichtungen bei zahlreichen Modellen seit Jahren von den Behörden geduldet würden. „Mit freundlicher Unterstützung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sparen unter dem Deckmantel des Motorschutzes und auf Kosten von Umwelt und Gesundheit die Autokonzerne Kosten“, sagte Krischer. „Die Abgasreinigung muss immer funktionieren, egal was gerade für ein Wetter ist oder ob der Wagen langsam in der Stadt oder mit Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs.“

dpa

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