München auf Platz acht der besten europäischen Wirtschaftsstandorte

- München - Die bayerische Landeshauptstadt ist dieses Jahr vom 10. auf den 8. Platz auf der Beliebtheitsskala europäischer Wirtschaftsstandorte gerückt. Die ersten drei Plätze belegen unverändert London, Paris und Frankfurt. Das ergab eine Umfrage des internationalen Beratungsunternehmens für Gewerbeimmobilien, Cushman & Wakefield Healey & Baker (C&W/H&B), unter 500 europäischen Top-Managern zu ihrer Einschätzung der Wirtschaftsstandorte Europas.

<P>Die Attraktivität Münchens zeigt sich auch im innerdeutschen Vergleich. Von allen deutschen Städten hat München die höchste Kaufkraft pro Kopf; sie liegt ein Drittel über dem deutschen Durchschnitt. Der hohe Anteil an modernen Industrien und Dienstleistungen macht den Großraum München genauso wie die vor allem durch die Lage begründete Lebensqualität zu einem Magneten, der für stetigen Bevölkerungszuzug sorgt. Ein Schwachpunkt sind allerdings die dadurch bedingten hohen Mieten. "Das ist schon ein Nachteil", heißt es bei der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Aber insgesamt seien die Mieten nicht ausschlaggebend. Auch in anderen Städten, wo wirtschaftlich einiges los ist, seien die Mieten nicht wesentlich niedriger.</P><P>Die Anziehungskraft Münchens zeigt sich auch in der Bedeutung des Tourismus. Oktoberfest, Bundesgartenschau und die Fußballweltmeisterschaft 2006 bringen Geld in die Kassen von Hoteliers, Gastwirten und Einzelhändlern. 2003 zählte man in München 14 Millionen übernachtende Gäste und 56 Millionen Tagesausflügler, die etwa 3,3 Milliarden Euro ausgaben. Unter den zehn beliebtesten Standorten in Europa ist Deutschland als einziges Land mit drei Städten vertreten: Frankfurt, München und Berlin.</P><P>Das Städte-Ranking wurde unter Berücksichtigung Personalkosten kommen erst an sechster Stelle</P><P>von zwölf Kriterien erstellt, wie zum Beispiel Zugang zum Markt, Transport- und Verkehrsinfrastruktur, Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern. Der Faktor Personalkosten stehe erst an sechster Stelle der Entscheidungskriterien. Weiche Standortfaktoren wie Lebensqualität und eine saubere Umwelt seien die am wenigsten entscheidenden Kriterien.<BR>Mit großen Schritten holen die Metropolen im Osten auf. In den zentral- und osteuropäischen Ländern ist Warschau wegen seiner niedrigen Personal- und Bürokosten der in den nächsten fünf Jahren von europäischen Unternehmen am meisten favorisierte Expansionsstandort, gefolgt von Moskau, Prag und Budapest. </P><P>In Westeuropa liegt Paris an der Spitze, außerhalb Europas sind Schanghai und Peking, New York, Neu Delhi, Mexiko Stadt, Hongkong und Bombay die favorisierten Expansionsstandorte.</P><P>Diese Studie veröffentlicht C&W/H&B jetzt zum 15. Mal seit 1990. Demnach hat mehr als ein Viertel (26 %) der befragten europäischen Unternehmen in den letzten beiden Jahren bereits ins Ausland expandiert oder Dienst- oder Produktionsleistungen ausgelagert. Von ihnen haben sich 45 % für Zentral- oder Osteuropa entschieden, 38 % für andere westeuropäische Länder, 18 % für Indien und 15 % für China. Ein Fünftel will in den nächsten drei Jahren ins Ausland.</P><P>Zug nach Osten ungebremst</P><P>51 % der Unternehmen nannten Zentral- oder Osteuropa, 24 % andere westeuropäische Länder, 22 % Indien und gleichrangig China als bevorzugte Zielregionen.<BR>"Für europäische Unternehmen sind die geografische Nähe, niedrige Arbeitskosten, gute Sprachkenntnisse, mobile und qualifizierte Arbeitskräfte sowie ein Immobilienmarkt mit deutlich geringeren Kosten als in Westeuropa die schlagkräftigen Argumente für Zentral- und Osteuropa", erläutert Peter Birchinger, Partner von C&W/H&B in Deutschland. </P><P>Außerhalb Europas stünden in den nächsten fünf Jahren chinesische und indische Städte auf der Favoritenliste, dort eröffneten die schnell wachsenden asiatischen Märkte Chancen bei niedrigen Lohnkosten.</P>

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