Netflix-CEO Reed Hastings: In "jedes Land außer Nordkorea". Foto: Britta Pedersen
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Netflix-CEO Reed Hastings: In "jedes Land außer Nordkorea".

Streaming-Service aus den USA

Netflix will schneller die Welt erobern

New York - Der Videodienst Netflix will in zwei Jahren in 200 Ländern aktiv sein und dann hohe Gewinne einfahren. Schon im vergangenen Jahr brachte die breit angelegten Expansion in Europa schnelles Wachstum.

Update vom 11. Februar: Der Streaming-Dienst Netflix bietet seinen Kunden eine neue, im Vorfeld mit Spannung erwartete Serie: "Better Call Saul", ein Ableger (Spin-off) von "Breaking Bad". Hauptcharakter ist Saul Goodman, der Anwalt aus "Breaking Bad". Wir haben bereits eine Kritik zum Serienstart von "Better Caul Saul".

Netflix will schneller die Welt erobern

Im Schlussquartal 2014 gewann der Streaming-Service 2,43 Millionen neue Kunden außerhalb der USA und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Börsianer. Mit weiteren 1,9 Millionen neuen Nutzern im amerikanischen Heimatmarkt kam Netflix zuletzt insgesamt auf 57,4 Millionen Kunden.

Die Aktie schoss nach diesen Zahlen und den ambitionierten Plänen nachbörslich um rund 16 Prozent hoch. Drei Monate zuvor hatte die Enttäuschung über die Entwicklung der Nutzerzahlen im dritten Quartal den Kurs zeitweise um ein Fünftel einbrechen lassen.

Auch die Geschäftszahlen fielen deutlich besser aus als vor einem Jahr. Der Quartalsumsatz sprang um mehr als 35 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn wurde mit gut 83 Millionen Dollar fast verdoppelt - allerdings auch dank einer Steuergutschrift. Für das laufende Quartal rechnet Netflix wieder nur mit etwa 37 Millionen Dollar Gewinn.

Fokus auf Eigenproduktionen verursacht hohe Kosten

Zugleich verursacht der Fokus auf Eigenproduktionen hohe Kosten, das Budget dafür schwoll inzwischen auf 9,5 Milliarden Dollar an - um zwei Milliarden binnen eines Jahres.

Netflix will sich für die Finanzierung im laufenden Quartal rund eine Milliarde Dollar neues Geld als langfristige Schulden holen. Im laufenden Jahr soll es mit 320 Stunden drei Mal soviel eigenes Programm wie 2014 geben. Auch die Rivalen wie Amazon setzen auf eigene Inhalte.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde Netflix auch in China starten, zunächst mit moderaten Investitionen, kündigte Firmenchef Reed Hastings an. Netflix gehe in "jedes Land außer Nordkorea", gab er die Marschrichtung in einem Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg vor.

In Deutschland war Netflix im vergangenen September im Zuge einer europäischen Expansion gestartet und ist aktuell in rund 50 Ländern vertreten. Der internationale Ausbau verschlingt aktuell noch viel Geld, ab 2017 will Netflix aber die Früchte mit "erheblichen Gewinnen" ernten.

Netflix zu aktuellen Geschäftszahlen

dpa

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