Die schwächelnde chinesische Wirtschaft und der niedrige Erdölpreis wirken sich auf die Konjunktur aus. Foto: Jerome Favre
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Die schwächelnde chinesische Wirtschaft und der niedrige Erdölpreis wirken sich auf die Konjunktur aus. Foto: Jerome Favre

OECD-Konjunkturausblick trübt sich weiter ein

Die Hoffnungen auf ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft zerplatzen. Die OECD beurteilt die Konjunkturaussichten pessimistischer. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen für zusätzliche Risiken.

Paris (dpa) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat ihre Konjunkturprognose erneut deutlich nach unten korrigiert.

Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen warnten die Experten zudem vor beträchtlichen Risiken für die Finanzstabilität. Aufgrund enttäuschender Konjunkturdaten rechnen sie für dieses Jahr nur noch mit einem weltweiten Wachstum von drei Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger, als die OECD noch im November erwartet hatte.

"Die Weltwirtschaft dürfte in 2016 nicht schneller wachsen als in 2015, der langsamsten Rate in fünf Jahren", teilte die Organisation in Paris mit. Besonders deutlich wurden die Erwartungen für Brasilien reduziert.

Aber auch die Aussichten für die USA, den Euroraum, Großbritannien und Japan sind trotz des niedrigen Ölpreises ungünstiger als vor drei Monaten. Für Deutschland korrigierte die OECD den Ausblick um 0,5 Prozentpunkte nach unten, auf 1,3 Prozent.

"Das Wachstum verlangsamt sich in vielen Schwellenländern, während die Erholung in Industriestaaten sehr bescheiden ausfällt und niedrige Preise auf Rohstoff-Exporteure drücken", hieß es in dem Zwischenbericht. Zudem seien einige Schwellenländer besonders anfällig für starke Wechselkursbewegungen. "Die Finanzmärkte haben weltweit ihre Wachstumsaussichten überprüft, was zu einem Fall der Börsenkurse und höheren Marktschwankungen geführt hat."

Die OECD forderte angesichts der eingetrübten Aussichten ein stärkeres gemeinsames Vorgehen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Geldpolitik der Zentralbanken allein reiche nicht. Wo möglich solle der Staat mehr Geld für Investitionen bereitstellen: "Die Regierungen in vielen Ländern sind derzeit in der Lage, sich für lange Zeiträume zu sehr niedrigen Zinsen Geld zu leihen, was in der Konsequenz den fiskalischen Spielraum erhöht", heißt es in dem Bericht. Zudem brauche es mehr Ehrgeiz bei Strukturreformen.

Auch 2017 dürfte die Konjunktur kaum an Fahrt gewinnen, weltweit erwartet die OECD ein Wachstum von 3,3 Prozent - immer noch unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Für Deutschland geht sie von einem Plus von 1,7 Prozent aus, 0,3 Prozentpunkte weniger als noch im November erwartet. Die Zahlen sind nicht direkt mit den Prognosen zum Beispiel von der Bundesregierung vergleichbar, da die OECD die Werte um die Zahl der Arbeitstage bereinigt.

Mitteilung der OECD, Engl.

OECD-Wirtschaftsprognosen, Engl.

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