Windräder in Mecklenburg-Vorpommern: Die Ökostrom-Umlage steigt im nächsten Jahr auf die Rekordhöhe von 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Foto: Stefan Sauer/Archiv
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Windräder in Mecklenburg-Vorpommern: Die Ökostrom-Umlage steigt im nächsten Jahr auf die Rekordhöhe von 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Foto: Stefan Sauer/Archiv

Ökostrom-Umlage steigt 2016 auf Rekordniveau

Wirtschaftsminister Gabriel wollte die Kostendynamik bei der Energiewende brechen - nun steigt die EEG-Umlage aber wieder. Auf Verbraucher und Wirtschaft kommen damit höhere Stromkosten zu.

Berlin (dpa) - Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden für die Energiewende bezahlen müssen, steigt im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die EEG-Umlage von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom bedeutet das rechnerisch netto 6,44 Euro pro Jahr mehr. Mit Mehrwertsteuer wären es rund 7,70 Euro.

Wie sich die Strompreise tatsächlich entwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Umlage macht etwa ein Viertel aus. Im Vorjahr war sie noch erstmals gesunken. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zu seinem Amtsantritt als Ziel ausgegeben, die Kostendynamik bei der Energiewende brechen zu wollen.

Gründe für den neuen Höchststand, der an diesem Donnerstag offiziell von den Netzbetreibern bekanntgegeben wird, sind die hohe Stromproduktion aus Wind (an Land und auf See) und aus Photovoltaik-Anlagen - sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis. Die Differenz zum Preis an der Börse gleicht die Umlage aus, die Betreiber von Ökostrom-Anlagen auf 20 Jahre garantiert erhalten.

Sinkt der Börsenpreis, steigt automatisch die Umlage. Experten kritisieren, dass die Stromkonzerne rückläufige Börsenstrompreise nicht im vollen Umfang an ihre Kunden weiterreichen.

Insgesamt dürfte die Energiewende absehbar teurer werden. Schon jetzt werden jedes Jahr bis zu 24 Milliarden Euro über die Stromrechnungen von Bürgern und Firmen gewälzt, damit Deutschland bis zum Jahr 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Ökostromanteil von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 ausbauen kann.

So wird der von der Bundesregierung gerade beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den Nord-Süd-Stromautobahnen die Netzentgelte erhöhen, die Verbraucher ebenfalls mittragen müssen. Dazu kommen Milliardenkosten aus Steuergeldern für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen - etwa hohe Prämien für die Stromkonzerne beim Stilllegen alter Braunkohle-Meiler.

Greenpeace-Experte Niklas Schinerl kritisierte, wer die EEG-Umlage dauerhaft senken wolle, müsse Überkapazitäten am Strommarkt reduzieren und überflüssige Braunkohle-Kraftwerke abschalten: "Das hilft dem Klimaschutz, der Gesundheit und dem Geldbeutel der Stromkunden."

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), sieht die Schuld an der höheren Umlage bei den Grünen. "Die Fehlsteuerung haben wir den grün-geführten Ländern und Landesministerien zu verdanken, die im Bundesrat eine effektive Mengensteuerung verhindert haben", meinte er.

Eckpunkte Koalitionsspitzen vom 2.7.2015

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