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General Motors hat offenbar über Zukunft von Opel entschieden.

GM hat offenbar über Zukunft von Opel entschieden

Detroit - Der US-Konzern General Motors (GM) hat über die Zukunft des deutschen Autobauers Opel entschieden. Das bestätigten Verhandlungskreise am Donnerstagmorgen nach der Verwaltungsratssitzung von GM in Detroit. Wie die Entscheidung ausfiel, ist noch unbekannt.

Der GM-Verwaltungsrat befasste sich auf seiner Sitzung am Mittwoch mit vier möglichen Szenarien. Dazu zählt der Verkauf an den Zulieferer Magna International oder den konkurrierenden Finanzinvestor RHJ International, der Verbleib von Opel unter dem GM-Konzerndach oder eine Opel-Insolvenz.

Das letzte Wort hat allerdings formell die Opel-Treuhand. Sie könnte gegebenenfalls am (heutigen) Donnerstag entscheiden. Nach dem monatelangen Tauziehen um Opel mehrten sich zuletzt die Hinweise, dass der angeschlagene Autobauer doch beim US-Mutterkonzern General Motors bleiben könnte.

Kaum noch Chancen für Magna

Dem deutschen Favoriten Magna wurden vor der Sitzung kaum noch Chancen für eine Opel-Übernahme eingeräumt. Als mögliche Optionen galten ein Verkauf an den Finanzinvestor RHJ International, der Verbleib von Opel bei GM oder eine Insolvenz.

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In Verhandlungskreisen hieß es, die GM-Spitze könnte eine Festlegung zu Opel auch vertagen. Dagegen berichtete die US-Zeitung “Detroit News“ unter Berufung auf GM-Offizielle, eine Opel-Entscheidung noch am Mittwoch sei möglich.

Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster sagte der Zeitschrift “Auto, Motor und Sport“, der neue GM-Verwaltungsrat sei “offensichtlich der Auffassung, dass Opel doch eine sehr wichtige Marke für GM ist und Europa ein sehr wichtiger Markt“.

Milliardenkosten für GM bei Festhalten an Opel

Nach Ansicht mehrerer deutscher Politiker könnten auf GM Milliardenkosten zukommen, wenn Opel nicht verkauft wird. Forster äußerte in dem Interview Verständnis für einen möglichen Verbleib des deutschen Autobauers in dem US-Konzern. Auch zuvor habe GM nur notgedrungen von Opel trennen wollen, weil die US-Regierung bisher nicht erlaubt habe, mit amerikanischem Geld eine Restrukturierung außerhalb der USA zu betreiben.

Zu den Überlegungen, Opel zu behalten, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe): “In meinen Augen heißt das zweierlei: Die 1,5 Milliarden Euro Überbrückungshilfe sind ein Kredit. Und ein Kredit ist ein Kredit.“ Die 1,5 Milliarden Euro müsste GM unter den Konditionen, die man Opel eingeräumt habe, zurückzahlen.

Außerdem könne es die zweite Tranche der Überbrückung, die zusätzlichen 3 Milliarden Euro Bürgschaft, nicht für einen Schließungsplan in Deutschland geben. “General Motors müsste also die Fragen beantworten, wie das Unternehmen Opel auf eine finanziell solide Basis gestellt werden soll und was das für die Standorte bedeutet. Im Klartext: General Motors müsste die Frage beantworten, ob es mehrere Milliarden Euro in seine Opel-Standorte investieren will und kann“, sagte Steinbrück.

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte, sollte der Verwaltungsrat gegen den Verkauf an Magna oder gar nicht entscheiden, würden Opel-Arbeiter aus ganz Deutschland am Freitag vor dem Werk in Eisenach demonstrieren. Dieses Werk sei 1990 als “Symbol der Freiheit“ aufgebaut worden.

AP/dpa

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