EZB-Chef Mario Draghi hat vorwiegend Lob für seine Maßnahmen zur Ankurbelung der europäischen Wirtshaft bekommen. Foto: Arne Dedert
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EZB-Chef Mario Draghi hat vorwiegend Lob für seine Maßnahmen zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft bekommen. 

Umstrittene Maßnahmen

EZB-Vize rechtfertigt geldpolitisches Feuerwerk

Frankfurt/Main - Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vítor Constâncio, hat in einem ungewöhnlichen Schritt die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen verteidigt.

Nachdem die EZB am Donnerstag überraschend ein weitreichendes Bündel an Maßnahmen gegen die schleppende Konjunktur und schwache Inflation beschlossen hatte, ging der Notenbank-Vize am Freitag in die Offensive. Wenn nicht die Geldpolitik im Kampf für mehr Wachstum und gegen eine zu hohe Arbeitslosigkeit hilft, "was dann?", fragte der Währungshüter in einem auf der Internetseite der EZB veröffentlichten Artikel mit der Überschrift: "Zur Verteidigung der Geldpolitik".

In der öffentlichen Diskussion werde die Schlussfolgerung gezogen, dass die Geldpolitik kaum Wirkung zeige, weil die Inflation trotz zahlreicher Maßnahmen nach wie vor sehr schwach sei, so Constâncio. Dabei werde aber vergessen, dass die Preisentwicklung ohne die Maßnahmen der EZB noch viel schwächer wäre.

Der Ökonom bezieht sich auf Annahmen von EZB-Volkswirten. Demnach wäre das Preisniveau im vergangenen und in diesem Jahr ohne die umstrittenen Zinssenkungsschritte und Anleihenkäufe der Notenbank sogar deutlich gesunken, argumentierte Constâncio.

Zuletzt war die Inflationsrate in der Eurozone im Februar in den negativen Bereich gerutscht, sie lag bei minus 0,2 Prozent. Als Ursache für die ungewöhnlich schwache Teuerung gilt der starke Rückgang der Ölpreise in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres.

In der öffentlichen Debatte würden zudem immer wieder Strukturreformen im Kampf gegen die schwache Konjunktur gefordert, schrieb Constâncio. Diese dürften kurzfristig aber eher zu sinkenden Löhnen führen und die Preise weiter drücken. Seiner Einschätzung nach bringen Strukturreformen nur langfristig die gewünschten Effekte.

dpa

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