Postbedienstete ziehen in einem Protestmarsch durch die Freiburger Innenstadt. Foto: Winfried Rothermel
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Postbedienstete ziehen in einem Protestmarsch durch die Freiburger Innenstadt.

Verdi erhöht den Druck

Poststreiks gehen unvermindert weiter

Bonn/Berlin - Der Arbeitskampf bei der Deutschen Post mit unbefristeten Streiks in Briefzentren und bei der Zustellung geht am Donnerstag in den vierten Tag.

Bei der Deutschen Post schickt die Gewerkschaft Verdi immer mehr Beschäftigte in den Ausstand. Am Donnerstag legten nach Angaben eines Verdi-Sprechers weitere Postboten in der Verbundzustellung ihre Arbeit unbefristet nieder. In der sogenannten Verbundzustellung tragen Postboten Briefe und Pakete gleichzeitig aus. Inzwischen befinden sich laut Verdi bundesweit rund 16 000 Beschäftigte im Ausstand. In den kommenden Tagen sollen weitere Beschäftigte hinzukommen.

Die Post registrierte unterdessen 15 000 Streikende in Briefzentren, Paket- und Briefzustellung. Nach wie vor könne das Unternehmen die Auswirkungen für Kunden gering halten, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag. 87 Prozent der Briefsendungen sowie 84 Prozent der verschickten Pakete würden ihre Empfänger immer noch pünktlich erreichen.

Dennoch verzeichnen die großen Konkurrenten der Post inzwischen eine verstärkte Nachfrage nach Transportdiensten. So suchten Privatkunden vermehrt die Paketshops von Hermes auf, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Aber auch Online-Händler, die sich bislang allein auf die Paketdienste der Post verließen, suchten nach Alternativen. „Wo wir können, helfen wir gerne aus“, sagte der Hermes-Sprecher.

Amazon setze alles daran, die Auswirkungen der Poststreiks für die Kunden so gering wie möglich zu halten, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Dabei könne das Unternehmen auf ein Netzwerk alternativer Transportdienstler zurückgreifen - wie Hermes, UPS oder DPD. Eine Sprecherin von Zalando beteuerte, die Kunden könnten sich darauf verlassen, dass ihre Lieferungen pünktlich eintreffen. Bei einem Streik ließen sich aber Verzögerungen bei der Zustellung nicht gänzlich ausschließen.

Bei Post und Verdi gibt es derzeit von keiner Seite Signale für ein Einlenken in dem festgefahrenen Tarifkonflikt. In sechs Verhandlungsrunden hatten die Tarifpartner in den Wochen zuvor vergeblich nach Kompromisslösungen gesucht.

Hintergrund des Konflikts sind neben Gehältern und kürzeren Arbeitszeiten vor allem die Arbeitsbedingungen in den neuen regionalen Paketgesellschaften. Für deren mehr als 6000 Beschäftigte, die nicht streiken dürfen, gelten andere ungünstigere Tarifverträge. Verdi fordert eine Rückführung der Gesellschaften in den Konzern und damit in den Haustarifvertrag. Das schließt die Post kategorisch aus. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist nicht in Sicht.

dpa

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