Preise bei Benzin und Diesel auf Rekordniveau

- Hamburg/München - Wer in diesen Tagen mit dem Auto in den Sommerurlaub startet, muss weiterhin Rekordpreise für Benzin und Diesel bezahlen. Ein Liter Superbenzin kostet im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen mehr als 1,25 Euro, für Diesel sind über 1,10 Euro je Liter zu bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölunternehmen am Freitag in Hamburg und Bochum mit. Sie begründeten die hohen Preise mit den Einkaufskonditionen am europäischen Großmarkt für Mineralölprodukte in Rotterdam. Die leichte Entspannung bei den Rohölpreisen zur Wochenmitte habe die Produktpreise nicht erreicht.

Aber auch am Urlaubsort im Ausland sind die Preise nach Angaben des ADAC zum Teil hoch. Am meisten müssen die Autofahrer für Diesel in Dänemark zahlen, wo der Liter an der Zapfsäule im Schnitt 1,24 Euro kostet. Am günstigsten ist dagegen Spanien mit 0,86 Euro je Liter Diesel. Für Super-Benzin muss beim Spitzenreiter Niederlande im Schnitt 1,40 Euro je Liter gezahlt werden. In Dänemark zahlen die Autofahrer 1,38 Euro. Die niedrigsten Super-Preise haben die tschechischen Tankstellen mit 0,92 Euro pro Liter. Deutschland liegt laut ADAC mit seinen derzeitigen Preisen im oberen Drittel der europäischen Urlaubsländer.Die Durchschnittswerte für den Monat Juni lagen in Deutschland bei 1,217 Euro für Super und 1,069 Euro für Diesel und damit so hoch wie noch nie, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg mit. Dennoch sei der Kostenanstieg an den Beschaffungsmärkten wegen des harten Wettbewerbs nur teilweise an die Autofahrer weitergegeben worden. Vor allem Dieselkraftstoff habe sich mit einem Plus von 17 Prozent oder 5,5 Cent je Liter im Juni in Rotterdam stark verteuert. Dagegen seien die Preise für die Kraftstoffe an der Zapfsäule nur um gut zwei Cent gestiegen.Als "absurd" bezeichnete der MWV die Behauptung, dass die Preise bewusst zum Beginn der Ferienzeit erhöht würden. Der deutsche Markt könne sich den Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt nicht entziehen. In den vergangenen zehn Jahren seien die Monate mit den jeweils höchsten und niedrigsten Preisen eines Jahres völlig unterschiedlich verteilt gewesen. In den Ferienmonaten Juni, Juli und August finden sich nur einmal die höchsten Monatsdurchschnitte des Jahres; ebenso finden sich jedoch Jahre, in denen das Benzin im Sommer am billigsten war. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Ferienzeiten und hohen Preisen lasse sich nicht feststellen.

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