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Pictet setzt in der Vermögensverwaltung auch auf internationale Private Equity-Werte.

Spezialinvestments

Große Privatbanken: Spezialisten in der Geldanlage

In der Schweiz und Europa zählt Pictet zu den größten Privatbanken. Auch in Deutschland haben sich die Genfer mittlerweile einen exzellenten Ruf erarbeitet.

Bekannt sind die Investmentfonds der Gruppe; spannend wird es vor allem, wenn man sich die Vermögensverwaltung der Spezialisten anschaut. Hier punkten sie mit einigen Besonderheiten, die in ihrer Kombination am Markt herausragen. Die 1805 im calvinistisch geprägten Genf gegründete Privatbank wird stets ausschließlich von ihren Teilhabern, aktuell sind es sechs, geführt.

Armin Eiche, CEO von Picet & Cie

In der über 200-jährigen Geschichte der Bank gab es insgesamt lediglich 41 Teilhaber, die ihre Funktion im Schnitt über 21 Jahre ausübten. So kann Pictet seine Geschäftsstrategie langfristig ohne Druck von Aktionären oder Gläubigern festlegen, wie Armin Eiche, CEO von Pictet & Cie (Europe) S.A., zuständig für Deutschland, erläutert. Seit der Gründung konzentriert sich Pictet auf die private und institutionelle Vermögensverwaltung, betreibt kein Investmentbank- Geschäft und gewährt keine Geschäfts-, Hypotheken- oder Blankokredite. Mittlerweile verwaltet die Pictet- Gruppe ein Kundenvermögen von rund 400 Milliarden Euro.

Heutzutage erwarten Anleger von ihren Investments eine positive, reale Nachsteuerrendite, die jenseits der derzeitigen Mager-Erträge des allgemein niedrigen Zinsniveaus liegt. Dies sei überwiegend nur über Sachwerte möglich, findet Eiche: „Wir sind von den Chancen realer Werte überzeugt.“ Realvermögen seien heute auch sicherer als Zinsinvestments. Deren Risiken werden unterschätzt, sagt Eiche im Einklang mit vielen Marktexperten. Denn selbst ein kleiner Zinsanstieg trifft bestehende Anleihen-Portfolien empfindlich.

Aktien hingegen verzeichnen langfristig Durchschnittsrenditen von sieben bis acht Prozent. Hier zeichne sich Pictet durch einen ausgefeilten Selektionsprozess aus, sagt Eiche. Zudem verfügt das Bankhaus über eigenes Research, das ausschließlich den eigenen Kunden zu Gute kommt. „Wir verkaufen unser Research nicht an Dritte und sind auch nicht durch die Platzierung eigener Investmentprodukte getrieben. Somit entfällt ein eventuell auftretender Interessenskonflikt.“

Vor allem aber fällt Pictets Expertise im Bereich Private Equity auf. Die Beteiligung an spannenden Firmen rechnet sich für die Anleger: „Seit 1990 verzeichnen wir eine durchschnittliche Jahresrendite von 19,8 Prozent. Auch wenn wir in dieser Zeit noch keine negativen Jahre hatten, benötigen Private Equity-Investments Geduld“, sagt Armin Eiche. Acht bis zwölf Jahre umfasst der Anlagehorizont in der Regel. Die ersten Jahre steht die Investition im Vordergrund, nach durchschnittlich vier Jahren können die Anleger erste Rückflüsse erwarten. Es ist eine gute Marktkenntnis erforderlich, um die Unternehmen angemessen bewerten zu können. „Wir investieren nur in Private Equity-Gesellschaften, die wir kennen und die handelnden Personen seit mindestens drei bis vier Jahren aktiv begleiten“, betont Eiche.

Direkte Beteiligungen an einzelnen Private Equity-Fonds sind ab Anlagebeträgen von 15 Millionen Euro möglich. Hiermit können die Pictet-Spezialisten dem Anleger auf Basis einer individualisierten Strategie Zugänge zu einzelnen Fonds von Private Equity-Managern wie Carlyle oder Blackstone verschaffen.

Die Pictet-Experten suchen die Zielfonds aus und legen dabei viel Wert auf die historische Leistung der handelnden Private Equity-Teams, da diese für den Erfolg des Investments maßgebend ist. „Wenn ein Private Equity-Team in der Vergangenheit erfolgreich war, ist auch in der Zukunft von einer eher guten Wertentwicklung auszugehen.“ Pictet arbeitet derzeit mit rund 40 aus einem Universum von ca. 400 Private Equity-Gesellschaften zusammen. Für geringere Anlagebeträge bietet das Haus Investitionsmöglichkeiten über standardisierte Private Equity-Fonds an.

Unabhängig von der Expertise in einzelnen Anlageklassen wie Renten, Aktien oder Private Equity sieht Pictet seine Kernkompetenz in der übergreifenden Strukturierung von großen Vermögen. Hier den jeweils richtigen Anlageklassen-Mix abhängig von den Großwetterlagen an den Kapitalmärkten zu finden, darin liegt die Königsdisziplin für jeden Vermögensverwalter.

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