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Leserthema "Privatbanken"

„Wie arbeitet der Vermögensverwalter wirklich?“

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner bietet den „R&P VVAusweis“ an. Auf neutraler Basis analysieren die Experten im Rahmen von zehn Muster-Vermögensverwaltungsstrategien die Arbeit von aktuell 19 Vermögensverwaltern hinsichtlich Verständnis, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit in der Kommunikation.

Wenn Vermögende auf der Suche nach einem Vermögensverwalter sind, orientieren sie sich häufig an einigen wenigen Kennzahlen. Dazu gehört immer die Rendite, häufig auch die Volatilität, und ebenso steht der historische Track Record des Vermögensverwalters unter Beobachtung. Sehen diese Zahlen gut aus beziehungsweise entsprechen diese den Vorstellungen, wird der Verwalter in aller Regel auch mandatiert. Die Schwierigkeit dabei: „Die Zahlen sind oftmals sehr Marketing-orientiert und werden allein von den Häusern erstellt ohne externe, unabhängige Kontrolle. Stil, Charakter und Ergebnisstruktur der tatsächlichen Vermögensverwaltungs- Strategien treten dabei nicht zu Tage“, sagt Alexander Etterer, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner und Leiter des Geschäftsbereichs „Wealth, Risk & Compliance“, der neben Vermögens-Organisation, -Reporting und -Controlling für Vermögenseigentümer auch das Produkt „R&P VVAusweis“ anbietet. 

„Mit dem Ausweis für Vermögensverwalter von Rödl & Partner liefern wir einen Nachweis, der objektiv und neutral Informationen bezüglich Verständnis, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit in der Kommunikation von Vermögensverwaltungsleistungen zum Standard erhebt. Wir spüren, dass dies im Markt bei Vermögenseigentümern immer wichtiger wird. Sie wollen sich nicht mehr rein auf bankinterne Charts verlassen, sondern einen echten Einblick in die Arbeit, um auf dieser Basis ihre Entscheidungen treffen zu können“, sagt Alexander Etterer. Das Projekt funktioniert folgendermaßen: Rödl & Partner hat zehn unterschiedliche Muster-Vermögensverwaltungsstrategien entworfen (beispielsweise „Aktienquote bis 50 Prozent“ oder „keine Aktien“), denen klar definierte Anlagerichtlinien zugrunde liegen. 

Die Teilnehmer nehmen – nach einer entsprechenden Zuordnung im Hinblick zu den jeweiligen Muster- Vermögensverwaltungsstrategien – mit realen (anonymisierten) Kundendepots aus ihrer Vermögensverwaltung am „R&P VVAusweis“ teil. „Wir buchen parallel zur Depotbank alle Vorgänge des Vermögensverwalters in seinen speziellen Strategien und werten diese aus – aber eben nicht nach relativ banalen Kennziffern, sondern wir steigen in den Maschinenraum der Vermögensverwalter herab, indem wir unter anderem Soll-/Ist- Analysen durchführen, die eingesetzten Anlageinstrumente beleuchten, Informationen über Anlagestruktur und Anlageklassen bereitstellen und die Einhaltung der Anlagerichtlinien überprüfen. 

Die Rendite ist nur eine Momentaufnahme, wir wollen deshalb vielmehr die Frage beantworten: Wie arbeitet der Vermögensverwalter wirklich? Wir wollen den Blick für die Umsetzung schärfen“, betont der Rödl-Partner. Etterer gibt Anlegern generell den Rat, nicht nur auf die Rendite zu schauen. Eine hohe Rendite sei nicht unbedingt aussagekräftig, und der Vermögensverwalter mit der aktuell besten Rendite müsse nicht zwangsläufig auch der beste Vermögensverwalter für einen Anleger persönlich sein. Deshalb unterscheide sichder„R&P VVAusweis“ auch von aus dem Markt bekannten „Depot-Contests“, die Vermögensverwalter hinsichtlich der Rendite öffentlich vergleichen.„ Wir haben kein Interesse an einem öffentlichen Wettbewerb zwischen den Teilnehmern unseres Projektes. Unser Ausweis für Vermögensverwalter stellt das Vermögensverwaltungskonzept, die Präzision in der Umsetzung und die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse in den Vordergrund und sorgt aufgrund identischer Ausgangssituationen für mehr Vergleichbarkeit der Vermögensverwaltungskonzepte sowie der erbrachten Managementleistung.“ 

Rödl & Partner wolle mit dem „R&P VVAusweis“ die Leistungen der angebundenen Vermögensverwalter nach außen tragen, um für sie eine Plattform zu schaffen, auf der sie sich – testiert von einer unabhängigen Instanz wie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – darstellen können. Die Gesellschaft sei dabei nicht mit den Vermögensverwaltern assoziiert und erhalte keine Provisionen oder ähnliches – dies verbieten schon die strengen Berufsgrundsätze für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften –, betont Alexander Etterer. Rödl & Partner setzt die Ergebnisse beispielsweise ein, um seinen Mandanten im Bereich Vermögens- Reporting und -Controlling im Rahmen eines Vermögens-Ausschreibungsverfahrens Orientierung dahingehend zu geben, welche möglichen Kandidaten – unabhängig von der Managementleistung – für eine vertrauensvolle Transparenz- und Informationspolitik stehen. „Aktuell nehmen 19 Häuser mit 36 Strategien an unserer Qualitätsprüfung teil. Unser Ziel ist es, weitere Verwalter an unser Qualitätssicherungsverfahren anzubinden. Sie können sich dadurch objektiv qualifizieren und die Ergebnisse bei ihren Mandanten und Interessenten mit einer hohen Vertrauensbildung präsentieren.“

Patrick Peters

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