Aus mehreren Bundesländern hagelt es Protest gegen Versuche der Post, die Kunden trotz des Streiks zu beliefern. Foto: Jens Wolf
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Aus mehreren Bundesländern hagelt es Protest gegen Versuche der Post, die Kunden trotz des Streiks zu beliefern. Foto: Jens Wolf

Streik

Protest gegen Sonntagszustellung bei der Post nimmt zu

Berlin - Die Streiks bei der Post gehen weiter. Damit die Lager nicht überquellen, liefert der Konzern auch am Sonntag aus. Doch das bringt die Gewerkschaft Verdi und einige Bundesländer auf die Palme.

Der Protest gegen die Sonntagszustellung von Briefen und Paketen aufgrund des Poststreiks wird immer lauter. „Das Grundrecht auf Streik darf nicht durch Missachtung des Sonntagsarbeitsverbotes ausgehöhlt werden“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis am Samstag.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hatte zuvor ihre Gewerbeaufsichtsämter angewiesen, unverzüglich gegen jeden Verstoß gegen das Sonntagsarbeitsverbot vorzugehen. Auch aus anderen Bundesländern hagelte es Kritik. Der Konzern hatte angekündigt, auch an diesem Sonntag „in einigen Regionen“ Sendungen auszuliefern, die wegen des Streiks liegengeblieben seien.

Die Deutsche Post hält die Zustellung am Sonntag unter Berufung auf das Arbeitszeitgesetz für rechtens, das bestimmtem Unternehmen Ausnahmen einräumt, wenn die Arbeit nicht werktags erledigt werden kann. Ein Sprecher verwies dabei auf ein Schreiben des bayerischen Arbeitsministeriums, das einen speziellen Antrag auf Bewilligung in so einem Fall für nicht erforderlich hält. Dort war am Samstag niemand zu erreichen.

In Hamburg hatte ein Sprecher der Verbraucherschutzbehörde bereits am Freitag erklärt, es müsste der Post eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Die sei aber nicht beantragt worden. „Und wenn es einen Antrag gäbe, würden wir den nicht genehmigen.“ In Brandenburg hat das Landesamt für Arbeitsschutz nach Angaben des zuständigen Ministeriums ebenfalls vom Freitag Ermittlungen aufgenommen. In Nordrhein-Westfalen betonte Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), Post und DHL hätten sich nach dem Einschreiten des Arbeitsschutzes bereits einsichtig gezeigt.

Mit dem seit dem 8. Juni dauernden Arbeitskampf will die Gewerkschaft Verdi erreichen, dass die 49 regionalen Gesellschaften mit geringerer Bezahlung im Paketgeschäft wieder in den regulären Haustarif aufgenommen werden. Die Post verweist darauf, dass man den Lohnkostenabstand zu den Konkurrenten verringern müsse. Bisher sind nach Verdi-Angaben bundesweit mehr als 32 500 Mitarbeiter in den Ausstand getreten.

dpa

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