Real verhagelt METRO-Bilanz

- Düsseldorf - Die Lebensmitteltochter Real hat dem Handelsriesen METRO die Bilanz 2005 verdorben. Der Gewinn des Düsseldorfer Konzerns schrumpfte um rund 30 Prozent auf 649 Millionen Euro, teilte die METRO AG am Mittwoch in ihrem Geschäftsbericht mit. Hintergrund ist die schlechte Entwicklung der Lebensmitteltochter Real. Verlustvorträge bei Real könnten auf absehbare Zeit nicht genutzt werden und mussten in der Bilanz abgeschrieben werden. Das Betriebsergebnis stieg um rund 1 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Die Dividende soll gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Real weist als einzige METRO-Tochter 2005 einen operativen Verlust aus, nach dem 2004 noch ein dreistelliger Millionengewinn eingefahren wurde. Das Mönchengladbacher Unternehmen, zu dem auch die ExtraSupermärkte gehören, kam gleich aus mehreren Gründen unter Druck. Die METRO-Tochter steht im verschärften Wettbewerb mit Discountern und anderen Lebensmittelhändlern. Angesichts gestiegener Benzinpreise fahren die Verbraucher nicht mehr so häufig zu Märkten auf die grüne Wiese. Zudem kostete der Hackfleisch-Skandal in zwei Real-Märkten, bei dem Mitarbeiter beim Umetikettieren von alter Ware mit einem neuen Verfallsdatum beobachtet worden waren, Real viel Umsatz.

Die Kölner Warenhaustochter Kaufhof steigerte dagegen ihren operativen Gewinn durch Einsparungen um mehr als ein Fünftel. Der Umsatz von Kaufhof ging 2005 aber um 5,1 Prozent zurück. Neben der Kaufzurückhaltung der Verbraucher habe dabei die große Jubiläumskampagne 125 Jahre Kaufhof mit Zusatzumsätzen 2004 eine Rolle gespielt. Die Warenhäuser galten in den vergangenen Jahren als Sorgenkind des Düsseldorfer Konzerns.

Zugpferde der METRO blieben auch im vergangenen Jahr die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie die Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende mit erneutem Wachstum.

Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes, der 2005 wie bereits berichtet um 4,2 Prozent auf 55,7 Milliarden Euro stieg, wurden im Ausland eingenommen. Der Inlandsumsatz ging um 2,2 Prozent zurück. Damit entwickelte sich der Branchenprimus diesmal schlechter als die Gesamtbranche, deren Umsatz 2005 um 0,5 Prozent stieg. Beim Gewinn erzielte METRO sogar mehr als zwei Drittel außerhalb des Heimatlandes Deutschland. Der operative Gewinn des Konzerns in Deutschland brach 2005 um 28,4 Prozent auf 535 Millionen Euro insbesondere durch die schlechte Entwicklung von Real ein. Im Ausland stieg der operative Konzerngewinn dagegen um 17,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

 Für das laufende Jahr plant METRO eine Umsatzsteigerung zwischen 4 und 6 Prozent. Die Auslandsexpansion werde 2006 fortgesetzt. In Deutschland seien die Erwartungen von verhaltenem Optimismus geprägt.

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