Bankenplatz Frankfurt: Der Rettungsfonds Soffin stützt deutsche Banken noch mit 15,8 Milliarden Euro. Foto: Arne Dedert/Archiv
+
Bankenplatz Frankfurt: Der Rettungsfonds Soffin stützt deutsche Banken noch mit 15,8 Milliarden Euro. Foto: Arne Dedert/Archiv

Rettungsfonds stützt deutsche Banken noch mit 15,8 Milliarden

Deutschland hat sich die Rettung seiner Banken seit der Finanzkrise einiges kosten lassen. Nach bisheriger Bilanz waren die Steuergelder gut angelegt. Eine endgültige Abrechnung wird erst in einigen Jahren möglich sein. Sicher ist: Weitere Hilfen fließen vorerst nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschland hat sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise weiterhin etliche Steuermilliarden bei seinen Banken im Feuer. Auf 15,8 Milliarden Euro summieren sich die Hilfen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin zum Jahresende.

Das geht aus der jüngsten Aufstellung auf der Internetseite der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) in Frankfurt hervor (Stand 22.12.2015).

Der Wert blieb zum ersten Halbjahr 2015 unverändert, im Vergleich zum Gesamtjahr 2014 verringerte er sich um eine Milliarde infolge der Rückzahlung einer Stillen Einlage des notverstaatlichten Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE). Zudem erlöste der Bund beim Börsengang der aus der HRE hervorgegangenen Deutschen Pfandbriefbank (pbb) Mitte Juli rund 1,2 Milliarden Euro, die nach FMSA-Angaben im nächsten Jahr an den Soffin ausgeschüttet werden.

Auf der Liste der Soffin-Kapitalempfänger stehen unverändert noch drei Institute: Allen voran die HRE mit rund 8,8 Milliarden Euro, außerdem die teilverstaatlichte Commerzbank (rund 5,1 Mrd Euro) und die WestLB-Nachfolgerin Portigon (2,0 Mrd Euro).

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) war im Herbst 2008 aufgelegt worden, um Schocks an den Finanzmärkten nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers abzufedern. In der Spitze hatte der Fonds 29,4 Milliarden Euro Kapitalhilfen an deutsche Institute vergeben. Zudem wurden 168 Milliarden Euro an Garantien gewährt.

Seit Gründung häufte der aus Steuergeldern finanzierte Fonds einen Fehlbetrag von rund 21,9 Milliarden Euro an. Eine endgültige Abrechnung wird erst in einigen Jahren möglich sein, wenn alle Geschäfte abgeschlossen sind.

Nach mehreren Verlängerungen wird der Soffin Ende 2015 für neue Hilfsanträge geschlossen. Das bringt auch personelle Konsequenzen mit sich: Soffin-Chef Herbert Walter legt sein Amt Ende Januar 2016 nieder. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank hatte erst zum 15. Januar 2015 den Vorsitz des FMSA-Leitungsausschusses übernommen.

Übersicht über Soffin-Hilfen

Historischer Überblick über Soffin-Hilfen

Mitteilung Soffin zum Jahresabschluss 2014

Mitteilung Soffin zum Jahresabschluss 2013

Daten und Fakten zu FMSA

Finanzministerium zu Bankenrestrukturierung

Mitteilung Bundesfinanzministerium zu neuer Struktur 14.12.2015

Bafin zu neuer Struktur 14.12.2015

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Spanien statt Türkei: Tui fürchtet Krise am Bosporus nicht

Terroranschläge in der Türkei, Nordafrika und Europa halten die Reisebranche in Atem. Kunden sind verunsichert, die Buchungen in deutschen Reisebüros brachen zuletzt …
Spanien statt Türkei: Tui fürchtet Krise am Bosporus nicht

Hotels und Gaststätten fürchten deutliche Mindestlohn-Erhöhung

Berlin (dpa) - Vor der Entscheidung über einen höheren Mindestlohn warnen Hoteliers und Gastronomen vor übermäßigen Steigerungen. Nach dem Tarifindex des Statistischen …
Hotels und Gaststätten fürchten deutliche Mindestlohn-Erhöhung

Heizkosten sinken weiter - Öl deutlich billiger als Gas

Die Energiekosten für die privaten Verbraucher gehen seit zwei Jahren zurück. Auch die abgelaufene Heizperiode brachte eine Entlastung für Mieter und Hausbesitzer - vor …
Heizkosten sinken weiter - Öl deutlich billiger als Gas

Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

Den Warnungen vor hohen Kosten zum Trotz haben die Briten für den EU-Austritt ihres Landes gestimmt. Ökonomen wiederholen nun ihre düsteren Prognosen: Die …
Forscher: Beim Brexit verlieren alle, besonders die Briten

Kommentare