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Gerhard Gribkowsky. Für den Ex-Vorstand wird es vor Gericht eng.

Richter halten Ex-Landesbanker Gribkowsky für schuldig

München - Im Korruptionsprozess gegen den früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank Gerhard Gribkowsky sieht das Gericht die Anklage derzeit als bestätigt an. Die Richter drängen nun auf ein baldiges Ende des Mammutprozesses.

Gerhard Gribkowsky ließ sich nichts anmerken an den vergangenen Verhandlungstagen. Wie immer saß der ehemalige Risikovorstand der Bayerischen Landesbank, der sich wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung verantworten muss, im Dreiteiler mit Krawatte und Einstecktuch vor den Richtern. Auch seine Laune schien unverändert, dabei hatte sich hinter den Kulissen des Mammutprozesses bereits am 29. Februar etwas Bemerkenswertes abgespielt: Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten die Richter in einem Rechtsgespräch mit der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern nicht nur ihre Sicht der bisherigen Beweisaufnahme dargelegt, sondern sie auch schriftlich in einem Vermerk festgehalten.

Nun hat Gribkowsky es schwarz auf weiß: „Die vorläufige Auffassung der Kammer“ sei, „dass sich die Anklage – auf Grundlage des bisherigen Verlaufs der Hauptverhandlung – im Wesentlichen bestätigt habe“, schreibt der Vorsitzende Richter Peter Noll laut eines Antrags der Verteidiger. Nur der Vorwurf der Untreue stelle sich anders dar als in der Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft wirft Gribkowsky vor, im Jahr 2005 für ein Entgegenkommen beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bayern LB 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und dessen Familienstiftung Bambino erhalten zu haben. Außerdem habe er Ecclestone eine nicht gerechtfertigte Provision und Bambino eine ebenfalls unbegründete Zahlung über zusammen 66 Millionen Dollar zugeschustert.

Ecclestones Auftritt vor dem Landgericht München

Ecclestones Auftritt vor dem Landgericht München

Die Richter sehen bislang keine Beweise dafür, dass die 66 Millionen Dollar nicht hätten gezahlt werden dürfen. Trotzdem könnte es zu einer Verurteilung auch wegen Untreue kommen. Denn die Richter argumentieren, Gribkowsky habe den ihm versprochenen Vorteil – das Bestechungsgeld – in den Verkaufsverhandlungen nicht zugunsten der Bayern LB in die Waagschale geworfen – auch das könne als Untreue gewertet werden.

Die Verteidiger sehen das freilich völlig anders und stellten gestern weitere Anträge. Doch das Gericht will nun möglichst bald ein Urteil fällen. Richter Noll brachte gestern eine Frist ins Spiel, bis zu der alle Anträge gestellt sein müssten. Der Prozess gegen Gribkowsky hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres begonnen, bisher hat das Gericht an mehr als 30 Tagen verhandelt, schon jetzt sind weitere Termine bis in den Juni geplant. „Irgendwann muss jetzt mal die Sache zu Ende gebracht werden“, sagte Noll. Das sei insbesondere im Interesse des Angeklagten, der schon seit über einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Zu Beginn des Jahres musste der Prozess gegen den ehemaligen Landesbanker sogar für zwei Wochen unterbrochen werden, weil es dem 53-Jährigen gesundheitlich nicht gut ging und er laut Gutachter nicht verhandlungsfähig war.

Gerhard Gribkowsky schweigt bislang zu den Vorwürfen. Dass die Millionen auf die Konten seiner österreichischen Stiftung flossen, ist aber unstrittig. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte bei seiner Aussage vor dem Landgericht München im November eingeräumt, dass er gezahlt habe, allerdings nicht, um den Banker zu bestechen, sondern weil Gribkowsky ihn unter Druck gesetzt habe. Gegen Ecclestone wird ebenfalls ermittelt, eine Anklage gibt es aber bisher nicht.

Von Philipp Vetter

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