+
An der Börse in Frankfurt am Main hat Rocket Internet Startschwierigkeiten.

Börsenneuling

Rocket Internet startet schwach

Berlin - Die Börsengänge von Zalando und Rocket Internet waren als Meilensteine für die deutsche Online-Wirtschaft gefeiert worden. Die Unternehmen nahmen hunderte Millionen Euro ein. Die Aktien kamen bei Anlegern jedoch schlecht an.

Die Startup-Schmiede Rocket Internet ist am Donnerstag sehr schwach an der Börse gestartet. Nach einem ersten Kurs exakt auf dem Ausgabepreis von 42,50 Euro setzte eine steile Talfahrt ein. Binnen weniger Minuten fiel der Preis unter die Marke von 37 Euro.

Auch die Aktie des am Vortag gestarteten Online-Händlers Zalando fiel am Donnerstag deutlich unter den Ausgabepreis. Die beiden Börsengänge waren als Meilensteine für die deutsche Internet-Wirtschaft gefeiert worden.

Rocket Internet hatte mit dem Ausgabepreis die Preisspanne von 35,50 Euro bis 42,50 Euro komplett ausgeschöpft. Die Firma erlöst bei dem Börsengang rund 1,6 Milliarden Euro und war zum Börsenstart bis zu 6,7 Milliarden Euro wert.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet ist es, Internet-Unternehmen aufzubauen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Online-Handel und Dienstleistungen. Die Startup-Produktion ist wie am Fließband organisiert, ein Geschäftsmodell wird schnell in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Mittlerweile ist Rocket Internet mit rund 50 Firmen in 116 Ländern aktiv.

Die Zalando-Aktie war am Mittwoch ebenfalls glanzlos, aber immer noch etwas besser gestartet. Sie schloss nach einem ersten Kurssprung exakt auf dem Ausgabepreis von 21,50 Euro. Am Donnerstagmorgen fiel der Kurs an die Marke von 20 Euro. Zalando hatte mit dem Börsengang rund 600 Millionen Euro eingenommen.

Die Hauptinvestoren bei Rocket Internet sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer. Nach dem Börsengang halten die noch knapp 40 Prozent, Oliver Samwer ist der Firmenchef. Die Samwers sind auch Großaktionäre bei Zalando mit knapp 15 Prozent.

Rocket Internet hatte den Börsengang um eine Woche vorgezogen, nachdem die Platzierung der Aktien bei Investoren vorzeitig abgeschlossen worden war. Nach Ablauf aller Sperrfristen sollen rund 24 Prozent der Aktien von Rocket Internet an der Börse gehandelt werden.

Sowohl bei Zalando als auch bei Rocket hatte es in den vergangenen Tagen geheißen, dass die Nachfrage der Investoren viel höher als das Angebot an Aktien gewesen sei.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EZB-Sitzung nach Nein aus Italien

Ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Zu wackelig ist die Erholung des Währungsraums. Und das Nein der …
EZB-Sitzung nach Nein aus Italien

Wenn ein Trump-Tweet für US-Firmen zum Risiko wird

New York (dpa) - Nachrichten des designierten US-Präsidenten Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gibt es fast jeden Tag. Oft genug sorgen sie für …
Wenn ein Trump-Tweet für US-Firmen zum Risiko wird

EU-Verfahren gegen Deutschland im Abgas-Skandal

Brüssel - Wegen des VW-Abgasskandals soll sich Deutschland einem Verfahren stellen. Neuer Streit zwischen Verkehrsminister Dobrindt und der EU-Kommission ist …
EU-Verfahren gegen Deutschland im Abgas-Skandal

Chinas Außenhandel unerwartet stark

Peking (dpa) - Der chinesische Außenhandel hat sich im November überraschend gut entwickelt. Die Exporte legten nach US-Dollar berechnet erstmals seit neun Monaten …
Chinas Außenhandel unerwartet stark

Kommentare