Kraftwerkspark schrumpft

Massiver Job-Abbau bei RWE

Berlin - RWE-Chef Peter Terium hat Pläne des Unternehmens zum Stellenabbau bestätigt. Der Grund: Der Energiekonzern muss Kraftwerke stilllegen.

"Wir werden künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen", sagte Terium der Zeitung "Die Welt" vom Samstag. Auf eine Zahl wolle er sich aber nicht festlegen. Medienberichten zufolge will RWE 3000 Jobs streichen.

Terium sagte der Zeitung, RWE sei gezwungen, Kraftwerke stillzulegen. Daher werde der verbleibende Kraftwerkspark von einer entsprechend kleineren Mannschaft gefahren. "Wir werden Personal auch über Outsourcing abbauen, ohne dass jemand seinen Arbeitsplatz verliert." Ausgelagert werden könnten Bereiche wie Fahr- und Sicherheitsdienst oder "Standardservices in der IT". Einzelne Konzernbereiche könnten zudem in Niedriglohnländer verlagert werden.

Die "Wirtschaftswoche" berichtete unter Berufung auf einen "Insider", RWE beschäftige sich mit dem Gedanken, einzelne Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu verkaufen, um Geld in die Kasse zu bekommen. Damit wolle das Unternehmen auch seine Schulden senken.

RWE hatte im vergangenen Jahr einen massiven Gewinnrückgang verzeichnet. Angesichts der niedrigen Großhandelspreise für Elektrizität seien "die weiteren Aussichten nur begrenzt attraktiv", sagte Terium der "Welt". Aus "rein wirtschaftlichen Gründen" müsse RWE in den kommenden drei Jahren noch mehr Kraftwerke stilllegen.

Am Donnerstag hatte RWE eine Halbierung der Dividende auf einen Euro bekanntgegeben. Die Aktionäre - viele von ihnen Kommunen - müssten sich angesichts einer Konzernverschuldung von 33 Milliarden Euro und "immensen Belastungen" in der Erzeugungssparte fragen, ob es noch sinnvoll sein könne, weiterhin hohe Dividenden auszuschütten, rechtfertigte Terium den Schritt. Dividenden müssten "nachhaltig verdient und finanziert sein". Die Aktionäre, "gerade auch die mit kommunaler Prägung", stünden aber zum Unternehmen.

Terium kritisierte die Energiepolitik der Bundesregierung. Es werde sich "nicht mehr lange halten lassen", den Netzbetreibern vorzuschreiben, Reservekraftwerke für den Winter anzumieten, statt einen Markt für Reservekapazitäten zu schaffen. Die Bundesnetzagentur verbiete es den Energieunternehmen, Kraftwerke abzustellen, obwohl der Betrieb wirtschaftlich keinen Sinn mehr mache. "Dafür bekommen wir eine Vergütung, die nicht einmal die Kosten deckt. Manche in der Politik scheinen vergessen zu haben, dass es nicht der Sinn eines Unternehmens ist, kein Geld zu verdienen."

afp

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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