Samstag war der bisher umsatzstärkste Tag im Weihnachtsgeschäft

- Berlin - Der dritte Adventssamstag war nach Angaben des deutschen Einzelhandels der bisher umsatzstärkste Tag im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Der Tag habe die hohen Erwartungen der Händler erfüllt, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Hubertus Pellengahr, am Sonntag.

Bereits die vergangene Woche sei für die Händler erfolgreich gewesen. Nach einem eher verhaltenen Beginn sei das Adventsgeschäft damit insgesamt endlich in Schwung gekommen, sagte Pellengahr. Auch für Geschäfte, die noch am Sonntag geöffnet haben sollten, erwartete er gute Umsätze. "Allerdings ist es weiterhin ein Unding, dass die Sonntagsöffnung bundesweit so uneinheitlich geregelt ist und zahlreiche Händler benachteiligt."

"Für den Endspurt im Weihnachtsgeschäft in der kommenden Woche sind die Erwartungen des Einzelhandels hoch gesteckt", sagte er auf Grundlage einer Umfrage des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE). Für den kommenden Samstag erwarte besonders der Lebensmittelhandel ein gutes Geschäft.

Besonders beliebt als Weihnachtsgeschenke sind laut Pellengahr in diesem Jahr Spielwaren, Schmuck und Unterhaltungselektronik wie Flachbildschirme und Navigationsgeräte. Wegen der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung seien auch Möbel und andere Einrichtungsgegenstände sehr gefragt.

Enttäuscht vom Geschäft am Wochenende zeigten sich die Einzelhändler in Thüringen. "Der Euro kann nur einmal ausgegeben werden und die Einkaufswagen sind einfach leerer geworden", sagte die Sprecherin des Verbandes Thüringer Kaufleute, Monika Osiewacz. Sie führte die Zurückhaltung auch auf die Änderungen zum neuen Jahr zurück: "Die Angst vor neuen Belastungen - vor allem durch Nebenkosten und Steuern - hat die Kaufkraft gebremst".

In Düsseldorf bemerkten die Händler einen starken Ansturm von Einkaufstouristen. Allein aus den Niederlanden und Belgien seien mehr als 300 Busse gezählt worden, hieß es beim Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Wegen des ungemütlichen Schmuddelwetters zogen in Norddeutschland vor allem überdachte Einkaufszentren und Passagen die Käufer an.

"Wir hätten lieber knackiges Winterwetter", sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes Hamburg, Ulf Kalkmann. Hessische Händler bemerkten einen Trend zum Gutschein. "Menschen haben weniger Träume - man schenkt gerne Geld", sagte der Präsident des Einzelhandelsverbandes Frank Albrecht.

Die Kinderspielzeughersteller Lego und Playmobil kämpfen nach einem Bericht des "Tagesspiegel" (Montag) mit Lieferengpässen. Bei der Nachlieferung besonderes gefragter Artikel sehe man sich seit Anfang des Monats Problemen gegenüber, sagte Dirk Engehausen, Lego- Geschäftsführer für Zentral- und Südeuropa, dem Blatt. Obwohl die Maschinen auf Hochtouren liefen, lasse sich nicht jede Nachbestellung noch vor Weihnachten erledigen, wird Playmobil-Geschäftsführerin Andrea Schauer zitiert.

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