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Shell muss kürzer treten und auf Investitionen verzichten. Foto: Bodo Marks/Archiv

Shell hält an umstrittenem Öl-Projekt vor Alaska fest

London - Ungeachtet des Drucks durch drastisch eingebrochene Weltmarktpreise hält der britisch-niederländische Ölkonzern Shell an seinem umstrittenen Arktis-Projekt in Alaska fest.

Shell wolle noch in diesem Jahr mit den Bohrungen beginnen, sagte Vorstandschef Ben van Beurden bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns in London. Gegen das Projekt bestehen erhebliche Bedenken von Umweltschützern. Wichtige Genehmigungen der US-Bundesregierung stehen noch aus.

"Wir glauben nicht nur daran, dass wir die Herausforderungen beherrschen können, wir haben dafür auch Datenmaterial", sagte Shell-Finanzvorstand Simon Henry. Nach seinen Angaben kostet den Konzern die Logistik für das Arktik-Projekt in diesem Jahr mehr als eine Milliarde US-Dollar, für den Fall dass gebohrt werden kann. "Falls nicht, kostet es knapp eine Milliarde", sagte er.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die Pläne scharf. "Dort zu bohren bedeutet eine umweltschützerische und finanzielle Katastrophe", sagte Greenpeace-Aktivist Charlie Kronick. Die Investoren müssten begreifen, dass Shell die Jagd nach Öl in den Gewässern vor der Arktis nicht länger rechtfertigen könne.

Shell hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Investitionen weltweit deutlich zurückgeschraubt. In den nächsten drei Jahren will der Konzern auf ursprünglich geplante Investitionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar verzichten. Allein im vergangenen Jahr seien Firmenwerte in gleicher Größenordnung verkauft worden.

Ungeachtet der fallenden Ölpreise hat Shell seinen Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Netto verdiente der Konzern 19,7 Milliarden Dollar, im Vergleich zu 16,7 Milliarden im Jahr zuvor.

Van Beurden erklärte, dass mit kleineren Projekten, etwa Bohrungen in der Nähe bereits bestehender Felder, erhebliche Produktivitätsreserven gehoben werden könnten. Er kündigte weitere Öl-Aktivitäten in Nigeria an, wo Shell-Projekte in der Vergangenheit große Umweltschäden verursacht hatten. Ein schwieriges Feld bleibe das Nordsee-Öl. Van Beurden versicherte aber: "Ja, die Nordsee hat eine Zukunft."

Statement van Beurden

dpa

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