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Bei der neuen Gesundheitskarte werden neue Sicherheitsmängel bekannt.

Sicherheitmängel bei neuer Gesundheitskarte

München - Neue Sicherheitslücke bei der elektronischen Gesundheitskarte: Interne Berichte der zuständigen Betreibergesellschaft Gematik belegen, dass Computer-Hacker im schlimmsten Fall sensible Patientendaten ausspähen könnten.

Die neue Gesundheitskarte soll ab Herbst schrittweise an alle gesetzlich Versicherten ausgegeben werden. Kritiker warnen seit Jahren vor mangelndem Datenschutz.

Schwachstelle ist offenbar die Software der neuen Kartenlesegeräte. Sollte es Angreifern gelingen, Spionage-Programme in der Arztpraxis zu installieren, könnten sie die persönliche PIN-Nummer des Patienten ausspähen, heißt es in einem Gematik-Bericht, der dem Münchner Merkur vorliegt. Mit der Geheimnummer könnten sich Angreifer Zugriff auf Patientendaten wie etwa Vorerkrankungen verschaffen. Die Experten empfehlen daher dringend eine Aktualisierung des Computerprogramms in den Lesegeräten. Unklar ist allerdings, wer für die Kosten aufkommt. Die Betreibergesellschaft Gematik wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Die elektronische Gesundheitskarte sorgt seit Jahren für Ärger. Ursprünglich sollte die neue Chipkarte bereits 2006 die bisherige Versichertenkarte ablösen. Technische Probleme und Streitigkeiten zwischen Kassen, Ärzten und Kliniken sorgten für immer neue Verzögerungen. Im Herbst soll die Ausgabe endlich flächendeckend beginnen. Der frühere Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) verpflichtete die Kassen, bis Ende des Jahres zehn Prozent ihrer Versicherten mit der elektronischen Gesundheitskarte auszustatten. Versicherungen, die dies nicht schaffen, drohen satte Strafen.

Kritiker sehen sich durch die neue Sicherheitslücke bestätigt: „Es zeigt erneut, dass es eine absolute Sicherheit für die Patientendaten nicht gibt“, sagt Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft. Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer forderte die Betreiber auf, Sicherheitslücken umgehend zu schließen. Der CSU-Politiker stellte aber auch klar: „An der neuen Versichertenkarte führt kein Weg vorbei.“

mm

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