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Die Milchviehhaltung lohnt sich für die Bauern immer weniger.

Starker Preisverfall

Sinkende Milchpreise belasten die Bauern

München/Löwenstedt - Die Milchbauern schlagen Alarm: Es gibt ein Überangebot an Milch auf dem Weltmarkt. Deshalb ist der Milchpreis jetzt auf einem Tiefpunkt angelangt.

Die sinkenden Milchpreise setzen den Bauern in Deutschland zu. In Bayern, der wichtigsten Erzeugerregion hierzulande, erhielten die Landwirte im September nur noch 37,5 Cent pro Kilo Milch. Im ersten Halbjahr waren es im Schnitt noch 40,3 Cent. Nach der jüngsten Preissenkung für Frischmilch und H-Milch bei Aldi rechnet der Verband der Milcherzeuger Bayern mit einem weiteren Rückgang in den kommenden Monaten. Für Oktober würden es wohl rund 37 Cent sein, sagte Geschäftsführer Hans-Jürgen Seufferlein am Dienstag in München.

Für einen durchschnittlichen Milcherzeuger mit einer Produktion von 200 000 Kilo Milch bedeute schon der Preisverfall um drei Cent rund 6000 Euro weniger Einnahmen, erklärte der Verband der Milcherzeuger Bayern. Der Freistaat ist mit rund 34 000 Milchbauern der wichtigste Milchproduzent in Deutschland. Rund ein Viertel der Milchmenge in Deutschland kommt nach Angaben des Verbandes aus Bayern.

Forderung nach politischer Unterstützung

Auch Schleswig-Holsteins Bauern forderten Unterstützung der Politik. „Das Einlagern von Milchpulver auf EU-Ebene wird nicht ausreichen, um den Preis wieder auf ein akzeptables Niveau zu bekommen“, sagte Kirsten Wosnitza, schleswig-holsteinische Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), in Löwenstedt der dpa.

Schon jetzt sei die Situation vergleichbar mit dem Krisenjahr 2009, als den Erzeugern nur noch um die 20 Cent pro Liter gezahlt wurden, sagte Wosnitza. Der BDM fordert von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) einen Runden Tisch.

Gründe für den Preisverfall

Als zentrale Ursache für den Preisverfall nannte Wosnitza die Ausweitung der Produktion in Deutschland um vier Prozent, in der Europäischen Union um fünf Prozent, in den USA um zwei Prozent sowie speziell in Neuseeland um zehn Prozent.

In den vergangenen Jahren hatte unter anderem das wachsende Interesse in China für eine gute Nachfrage nach Milch und damit auch steigende Preise gesorgt. Wegen der schwächelnden Wirtschaftslage dort ist dieser Effekt aber abgeebbt. Zusätzlich belastet auch der Import-Stopp für Lebensmittel in Russland die Erzeuger.

dpa

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