Eine maskierte Puppe steht in dem Verkleidungsgeschäft Maskworld in Berlin. Ein Teil der Händler befürchtet, dass der Kölner Karneval dieses Jahr von den Übergriffen an Silvester überschattet wird, was sich auch auf den Kostümverkauf auswirken könnte. Foto: Britta Pedersen/Archiv
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Eine maskierte Puppe steht in dem Verkleidungsgeschäft Maskworld in Berlin. Ein Teil der Händler befürchtet, dass der Kölner Karneval dieses Jahr von den Übergriffen an Silvester überschattet wird, was sich auch auf den Kostümverkauf auswirken könnte. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Start ins Karnevalsgeschäft stellt Händler zufrieden

Nach den Silvesterübergriffen von Köln ist die Karnevalsbranche verunsichert. Auch Kostümhändler befürchteten Umsatzeinbußen - doch bisher gibt es dafür noch keine Anzeichen.

Köln (dpa) - Trotz befürchteter Umsatzeinbußen wegen der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sind die Einzelhändler zufrieden mit dem Start des diesjährigen Karnevalgeschäftes.

Bei der Warenhauskette Kaufhof beobachte man "einen guten Abverkauf von Karnevalskostümen", sagte ein Sprecher. Kaufhof gehört zu den großen Verkäufern von Karnevalsprodukten. Bei der Warenhauskette Karstadt war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen. Die Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) konnte noch keine Angaben zum Geschäft machen. "Wir haben bis jetzt noch keinerlei Rückmeldung von den Fachgruppen-Mitgliedern bekommen", sagte Sprecher Dieter Tschorn.

Ein Teil der Händler befürchtet, dass der Kölner Karneval dieses Jahr von den Übergriffen an Silvester überschattet wird, was sich auch auf den Kostümverkauf auswirken könnte. "Da überlegt es sich der ein oder andere wahrscheinlich schon, ob er in Köln Karneval feiert oder nicht - auch wenn ich das nicht hoffe", sagte Manuela Steiner, Geschäftsführerin des Kostümgroßhändlers Rubie's. Zugleich betonte sie: Bei den Nachbestellungen - den sogenannten Nachorders - "sehen wir bislang aber keine Veränderung zum Vorjahr". Dies seien gute Vorzeichen.

Schwer macht es der Branche auch die relativ kurze Session. Der Kostümverkauf endet immer zum Beginn der Fastenzeit. Da Aschermittwoch in diesem Jahr auf den 10. Februar fällt, ist die Session acht Tage kürzer als im Vorjahr.

Das Ergebnis wird sich in den Wochen nach Aschermittwoch zeigen, wenn die Warenrückläufe bei den Herstellern eintreffen. In der Fachgruppe Karneval sind nach eigenen Angaben gut zwei Drittel des Marktes vertreten.

Ein wichtiger Trend bei den Verkleidungen in diesem Jahr sind laut einem Kaufhof-Sprecher die Figuren aus dem neuen Star-Wars-Film. "Kostüme von Darth Vader und Kylo Ren sind bei den Kunden sehr beliebt." Aber auch Kostümklassiker wie zum Beispiel der Pirat oder Robin Hood hätten Konjunktur.

In der Saison 2014/15 erzielten die in der Fachgruppe Karneval zusammengeschlossenen Unternehmen einen Umsatz von 273,6 Millionen Euro und damit rund zwei Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt brachten die Mitglieder 2,5 Millionen Erwachsenenkostüme, 1,15 Millionen Kinderkostüme, 770 000 Perücken, 1,9 Millionen Hüte sowie 8,4 Millionen Schminksets unter die Narren. Einen Schub für die Branche bietet Halloween - rund um das Grusel-Fest wurden 28,1 Millionen Euro umgesetzt.

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