Playmobilfiguren auf einer Spielzeugmesse. 
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Playmobilfiguren auf einer Spielzeugmesse. 

Führungskrise

Marketingchefin soll Machtstreit bei Playmobil beenden

Zirndorf - Jüngst forderte eine hausgemachte Führungskrise bei Playmobil ihr erstes Opfer im Vorstand - nun soll es wiederum mit einem Firmen-Eigengewächs als Nachfolger voran gehen.

Silke Heinrich

Mit der langjährigen Playmobil-Vertriebsexpertin Silke Heinrich als neuem Vorstandsmitglied soll bei dem fränkischen Spielwarenhersteller personell wieder Ruhe einkehren. Die 46-Jährige folge im dreiköpfigen Management auf die bisherige Marketingchefin Judith Weingart, wie die Playmobil-Herstellerfirma Geobra Brandstätter am Freitag mitteilte. Die langjährige Vertraute des verstorbenen Playmobil-Alleineigentümers Horst Brandstätter hatte ihren Hut wegen interner Querelen bei der geplanten Neuausrichtung des Konzerns nehmen müssen.

Heinrich arbeitet bereits seit 28 Jahren bei Geobra Brandstätter. Die gelernte Industriekauffrau habe in der Vergangenheit etwa den Vertrieb in Polen, der Schweiz und Österreich erfolgreich gesteuert. „Wir wollen neue Umsatzpotenziale erschließen und werden dafür unsere Vertriebsstruktur weiter ausbauen“, kündigte sie an. Auch das Lizenzgeschäft und neue digitale Angebote für die junge Zielgruppe wolle sie entwickeln. Dabei sehe sich Heinrich „klar in der Tradition“ des verstorbenen Inhabers Brandstätter.

Der Tod des Firmen-Patriarchen im vergangenen Juni hatte im Unternehmen jüngst eine Führungskrise ausgelöst. Dem Vorstand gehören außer Heinrich noch der für Personal und Finanzen zuständige René Feser und der Technische Leiter Robert Benker an. Da alle Vorstandsmitglieder gleichberechtigt sind, sei der Konzern zuletzt gelähmt worden, heißt es im Unternehmensumfeld.

Geobra Brandstätter mit Sitz im fränkischen Zirndorf bei Nürnberg ist mit weltweit mehr als 4100 Mitarbeitern nach eigenen Angaben Deutschlands größter Spielwarenhersteller. Playmobil wird derzeit in rund 100 Ländern weltweit vertrieben. 2015 erzielte die Firma einen Gesamtumsatz von 616 Millionen Euro.

Playmobil plant grundlegende Neuausrichtung - was bedeutet das für Kunden?

In einer Mitteilung kündigte die Unternehmensführung eine grundlegende Neuausrichtung von Playmobil und dem zur Gruppe gehörenden Pflanzengefäß-Hersteller Lechuza an. "Um die Erfolgsgeschichte der Marken Playmobil und Lechuza fortzuschreiben, stellen wir die Strukturen an allen Standorten kritisch auf den Prüfstand und leiten notwendige Veränderungsprozesse ein", betonte die Unternehmensführung weiter.

Für Schlagzeilen hatte die Unternehmensgruppe zuletzt mit einem Streit mit der IG Metall gesorgt. Die Gewerkschaft hatte beim Bundesarbeitsgericht die Betriebsratswahl von 2014 angefochten und recht bekommen; die Wahl muss jetzt wiederholt werden. Daraufhin waren im Betrieb Flugblätter aufgetaucht, die ein unter der IG Metallflagge segelndes sinkendes Unternehmens-Schiff zeigten. Die Firmenleitung hatte sich von dem Schmähflugblatt distanziert.

Video: Der Erfolg der Playmobil-Figuren

dpa

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